Der Generationencheck ist ein Modell, das auf der Methodik von Generationenkontenmodellen basiert. Es dient dazu, langfristige Auswirkungen der Gesetzgebung und der politischen Rahmenbedingungen zu analysieren und dadurch gegebenenfalls Handlungsbedarf abzuleiten. Hierzu werden alle öffentlichen Ausgaben und Einnahmen nach Alter und Geschlecht aufgeteilt und in die Zukunft projiziert. Dabei werden zum einen Annahmen über zukünftige Trends (wie etwa den demographischen Wandel oder eine steigende Frauenerwerbsbeteiligung) getroffen. Im Basisszenario werden hierbei positive Annahmen gesetzt und die gute wirtschaftliche Entwicklung der letzten Jahre fortgeschrieben. Zum anderen wird für das Basisszenario eine konstante Politik unterstellt: Alle bis 2019 bereits in Kraft getretenen Reformmaßnahmen werden berücksichtigt (auch wenn sie erst in der Zukunft ihre volle Wirkung entfalten), es werden aber keine weiteren Reformen in der Zukunft angenommen.  
 
Unter diesen eher positiven Annahmen zeigt das Basisszenario des Generationenchecks, dass es selbst bei der heute positiven wirtschaftlichen Ausgangslage nach wie vor nicht gut um die Generationengerechtigkeit bestellt ist: Werden im Rentensystem keine Schulden „versteckt“ und bleibt die Rentenpassungsformel weiterhin in Kraft, steigen die Beitragssätze in den nächsten Jahrzehnten deutlich an. Schon in den 2040er Jahren müsste deutlich mehr als ein Fünftel und im Jahr 2060 dann knapp ein Viertel des Lohneinkommens alleine in die Rentenversicherung fließen. Gleichzeitig sinkt das Rentenniveau kontinuierlich. Das heißt, dass nach derzeitigem Recht demnach vorrangig die jüngeren Kohorten mit der Tilgung der impliziten Verschuldung belastet werden.
 
Eine steigende Abgabenquote engt bei gleichzeitig steigenden Belastungen durch die sozialen Sicherungssysteme aber den wirtschaftspolitischen Handlungsspielraum künftiger Bundesregierungen zunehmend ein. Außerdem kann sich eine höhere Abgabenlast negativ auf den Arbeitsmarkt und somit auf die Produktivitätsentwicklung und das Wirtschaftswachstum auswirken. Das Basisszenario liefert also keine Entwarnung, sondern verdeutlicht vielmehr, was es bedeutet, wenn die „impliziten Schulden“ aus dem Rentenversicherungssystem nicht länger versteckt werden: Der demografische Wandel erfordert eine disziplinierte Ausgabenpolitik – gerade in der Rentenpolitik – und wirtschaftliche Wachstumsimpulse. Selbst dann aber werden die Sicherungs-Perspektiven der künftigen Generationen deutlich beeinträchtigt. Notwendig sind deshalb auch Maßnahmen, die bislang in der Großen Koalition tabuisiert werden, wie zum Beispiel eine aufgeklärte Debatte über Möglichkeiten einer Verlängerung der Lebensarbeitszeit über 2031 hinaus.