Aus ökonomischer Perspektive wird der gesamtgesellschaftliche Wohlstandsgewinn von Freihandel und Globalisierung betont. Gleichzeitig nimmt die Kritik gegenüber der Globalisierung und die Unterstützung protektionistischer Politik in westlichen Ländern zu.
Anti-Foreign-Bias: Eine verhaltensökonomische Analyse zur Relevanz beim Strukturwandel
Institut der deutschen Wirtschaft (IW)
Aus ökonomischer Perspektive wird der gesamtgesellschaftliche Wohlstandsgewinn von Freihandel und Globalisierung betont. Gleichzeitig nimmt die Kritik gegenüber der Globalisierung und die Unterstützung protektionistischer Politik in westlichen Ländern zu.
Besonders der aus der Globalisierung resultierende Strukturwandel und der damit verbundene kurzfristige Verlust von Arbeitsplätzen führt immer wieder zu Kontroversen. Eine zentrale Rolle hierbei spielt das evolutionspsychologische Phänomen des sogenannten Parochialismus, als dessen wirtschaftliche Dimension der Anti-Foreign-Bias betrachtet werden kann. Damit ist die Bevorzugung und die Beschränkung des Altruismus auf die eigene Gruppe/Region/Nation gemeint. Im Fokus dieser Studie steht das Auftreten des Anti-Foreign-Bias in der deutschen Bevölkerung und Unterschiede zwischen Altersgruppen, den Bevölkerungsschichten und den einzelnen Bundesländern. Es zeigt sich, dass es teils signifikante Unterschiede der Häufigkeit und Intensität des Anti-Foreign-Bias zwischen verschiedenen demografischen und gesellschaftlichen Gruppen gibt. So ist zu beobachten, dass der Anti-Foreign-Bias bei Älteren deutlich stärker ausfällt als bei Jüngeren. Auch in der Arbeiterschicht und bei Personen mit Realschulabschluss ist der Anti-Foreign-Bias verstärkt zu beobachten. Wenige Unterschiede gibt es zwischen den Einkommensgruppen, während es zwischen den Bundesländern deutliche Unterschiede gibt – aber kein Ost-West-Gefälle.

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