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Gutachten 31. März 2025 Alexander Burstedde / Jurek Tiedemann Kompetenzbarometer: Fachkräftesituation in Digitalisierungsberufen – Beschäftigungsaufbau und Fachkräftemangel bis 2028

Digitalisierungsberufe sind für den Erfolg der digitalen Transformation von essenzieller Bedeutung. Sie beschreiben Kompetenzprofile, die benötigt werden, um neue digitale Schlüsseltechnologien zu entwickeln und herzustellen oder durch vertiefte technische Kenntnisse und Fertigkeiten deren Nutzung und Verbreitung zu realisieren.

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Fachkräftesituation in Digitalisierungsberufen – Beschäftigungsaufbau und Fachkräftemangel bis 2028
Gutachten 31. März 2025 Alexander Burstedde / Jurek Tiedemann

Kompetenzbarometer: Fachkräftesituation in Digitalisierungsberufen – Beschäftigungsaufbau und Fachkräftemangel bis 2028

Studie im Projekt (Nr. 3/19) Entwicklung und Messung der Digitalisierung der Wirtschaft am Standort Deutschlandì im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK)

Alexander Burstedde / Jurek Tiedemann Institut der deutschen Wirtschaft (IW) Institut der deutschen Wirtschaft (IW)

Digitalisierungsberufe sind für den Erfolg der digitalen Transformation von essenzieller Bedeutung. Sie beschreiben Kompetenzprofile, die benötigt werden, um neue digitale Schlüsseltechnologien zu entwickeln und herzustellen oder durch vertiefte technische Kenntnisse und Fertigkeiten deren Nutzung und Verbreitung zu realisieren.

Das beinhaltet nicht nur Kompetenzen in Informatik, sondern auch in Elektronik und anderen Bereichen. Diese Studie beschreibt die potenzielle Entwicklung von Beschäftigung und Fachkräftelücke bis 2028, wenn sich die Trends der Jahre 2017 bis 2023 weiter fortsetzen würden.

Die Digitalisierungsberufe verzeichnen ein hohes Beschäftigungswachstum. Seit 2018 ist es höher als das durchschnittliche Beschäftigungswachstum aller Berufe. Dies wird voraussichtlich so bleiben. Von 2023 bis 2028 könnte die Zahl der Beschäftigten in Digitalisierungsberufen um weitere 8,9 Prozent auf mehr als 3 Millionen steigen. Dieses Wachstum wird hauptsächlich durch die hohe Nachfrage nach IT-Berufen angetrieben, die etwa ein Drittel der Beschäftigten in Digitalisierungsberufen ausmachen. Auch nimmt die bereits hohe Bedeutung von Hochqualifizierten in Digitalisierungsberufen noch weiter zu. Besonders viele zusätzliche Beschäftigte werden von 2023 bis 2028 bei hochqualifizierten Softwareentwicklungs-Experten (+87.326) und IT-Consultants erwartet (+72.295). Der größte relative Zuwachs unter den größeren Berufen wird bei Spezialisten für technische Informatik (+71,5 Prozent) erwartet. Diese arbeiten an der Schnittstelle von Hard- und Software und sind beispielsweise für die Entwicklung softwarezentrierter und zunehmend autonomer Fahrzeuge wichtig.

Ostdeutschland dürfte Westdeutschland überholen – sowohl beim Beschäftigungsaufbau als auch beim Fachkräftemangel in Digitalisierungsberufen. In Westdeutschland kommt zu nehmend der demografische Wandel zum Tragen, im Zuge dessen immer mehr Beschäftigte altersbedingt aus dem Arbeitsmarkt ausscheiden. Gleichzeitig stehen nur noch wenige qualifizierte Arbeitslose zur Verfügung. Damit ist das Potenzial für einen weiteren Beschäftigungsaufbau stark eingeschränkt.

Der Fachkräftemangel bremst den Beschäftigungsaufbau. Die Entspannung des Fachkräftemangels durch die Corona-Pandemie war nur vorübergehend. 2022 erreichte die Fachkräftelücke in Digitalisierungsberufen mit 123.000 einen neuen Höchststand. Von dort könnte sie bis 2028 noch etwas weiter steigen auf über 133.000 im Jahr 2028. Für fast zwei von drei offenen Stellen würde es dann deutschlandweit keine passend qualifizierten Arbeitslosen geben. Der größte Teil der Fachkräftelücke in Digitalisierungsberufen dürfte künftig auf hochqualifizierte Experten entfallen, und nicht mehr auf Fachkräfte mit einer Berufsausbildung (ohne spätere Weiterbildung). Den größten Mangel dürfte es 2027 bei Informatik-Experten geben (Fachkräftelücke 18.655), zu denen Data Scientists und KI-Experten gehören. Der größte relative Anstieg könnte bei Führungskräften im Bereich der IT-Netzwerktechnik, IT-Koordination, IT-Administration oder IT-Organisation zu verzeichnen sein (+146,4 Prozent). Diese verantworten den reibungslosen IT-Betrieb oder die Umsetzung von IT-Projekten. Den zweitgrößten Anstieg könnte es bei Spezialisten für IT-Systemadministration geben (+109,2 Prozent). Diese Spezialisten sichern den reibungslosen Betrieb der IT-Systeme in der Praxis.

Im Vergleich zur letztjährigen Fortschreibung bis 2027 (Burstedde / Tiedemann, 2024) hat sich wenig geändert. Zwar war die wirtschaftliche Entwicklung 2023 schwächer als erwartet, und insbesondere die Fachkräftelücke bei Digitalisierungs-Experten beziehungsweise IT-Berufen ist kurzfristig eingebrochen. Mittelfristig haben sich die Fortschreibungsergebnisse jedoch wenig geändert. Der Mangel verschiebt sich ein wenig weg von den IT-Berufen, die eine gute Nachwuchssituation haben, zu anderen Digitalisierungsberufen. Insgesamt ist der Trend eines weiteren Beschäftigungsaufbaus bei hohem Fachkräftemangel in den Digitalisierungsberufen ungebrochen. Bei der Beschäftigung hat sich der Trend in den sonstigen Digitalisierungsberufen etwas abgeschwächt. Dies dürfte auf eine anhaltende Schwäche der Industrie zurückgehen. Die akute konjunkturelle Schwäche sollte jedoch nicht überbewertet 5 werden. Die Digitalisierung wird sich weiter fortsetzen und Unternehmen brauchen weiter hin viele qualifizierte Arbeitskräfte in Digitalisierungsberufen, um den Strukturwandel zu gestalten. Das gilt für alte Industrieunternehmen genauso wie für Start-ups.

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Fachkräftesituation in Digitalisierungsberufen – Beschäftigungsaufbau und Fachkräftemangel bis 2028
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