1. Home
  2. Presse
  3. Pressemitteilungen
  4. US-Importe von Stahl- und Aluminiumwaren aus Deutschland sinken um zehn Prozent
Zeige Bild in Lightbox Hafen in Thailand
Hafen in Thailand: Das Land gewinnt US-Marktanteile. (© GettyImages)
Pressemitteilung 5. August 2026 Samina Sultan

US-Importe von Stahl- und Aluminiumwaren aus Deutschland sinken um zehn Prozent

Die hohen US-Zölle auf Stahl- und Aluminiumwaren belasten den Handel mit den Vereinigten Staaten spürbar. Deutschland gehört zu den Verlierern, China trifft es noch härter. Das zeigt eine Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW).

Seit die USA im August 2025 hohe Zusatzzölle auf einige Stahl- und Aluminiumwaren erheben, importiert das Land deutlich weniger dieser Produkte. Das IW hat dabei die US-Importe der Waren aus den Bereichen der Industrie, bei denen Stahl und Aluminium wichtige Bestandteile ausmachen, zwischen August 2025 und Mai 2026 (aktueller Datenstand) im Vergleich zum Vorjahreszeitraum betrachtet. Hier sanken die US-Importe weltweit um 8,5 Prozent, aus Deutschland sogar um 10,5 Prozent. Zugleich gewinnen mehrere asiatische Länder Marktanteile. 

Deutschland verliert Marktanteile, Thailand legt zu

Der Wert der betroffenen Waren, die die USA aus Deutschland importierten, schrumpfte um knapp 1,2 Milliarden US-Dollar. Beim US-Marktanteil ist Deutschland weltweit der viertgrößte Verlierer: Der Anteil sank um 0,2 Prozentpunkte auf 7,4 Prozent – auf Platz drei liegt Kanada (-0,5 Prozentpunkte), auf dem zweiten Südkorea (-0,8). Unter den Verlierern sind auch viele weitere EU-Mitgliedstaaten, darunter die Niederlande und Frankreich. Am härtesten aber trifft es China: Die US-Importe der betroffenen Waren aus China brachen wertmäßig um fast 34 Prozent ein. Das entspricht einem Minus von rund 7,9 Milliarden US-Dollar. Pekings Marktanteil an den US-Importen sank damit um 4,4 Prozentpunkte.

Auf der Gewinnerseite steht Thailand. Die USA importieren 31 Prozent mehr aus dem Land. Damit baute Thailand seinen Marktanteil auf 4,4 Prozent aus. Auch Vietnam, Japan und Indien legten zu. 

Zölle verschieben Chinas Handelswege

Die volle Wucht der US-Zölle trifft insbesondere China: Mit knapp 48 Prozent liegt der effektive US-Zollsatz auf chinesische Waren mehr als doppelt so hoch wie auf deutsche mit 21 Prozent. Der starke Rückgang der US-Importe aus China ist damit erklärbar. Auffällig ist jedoch, dass die US-Importe aus Thailand und Vietnam trotz ähnlich hoher Zölle wie Deutschland kräftig gestiegen sind. Die Vermutung liegt nahe: China schleust seine Waren teils über Drittländer wie Thailand in die USA und umgeht so die hohen Zölle.

Für Deutschland und die EU bleibt ein kleiner Trost: Die jüngsten US-Zolländerungen bei einigen der betroffenen Waren verschaffen ihnen gegenüber China einen leichten Vorteil. „Die Verhandlungen der EU mit Washington zeigen an der Stelle Wirkung – wenn auch nur minimal. Aber solange die hohen Zusatzzölle gelten, bleiben deutsche Unternehmen beim Export in die USA ausgebremst“, sagt IW-Außenhandelsexpertin Samina Sultan.
 

Inhaltselement mit der ID 15579
PDF herunterladen
IW-Kurzbericht 50/2026
IW-Kurzbericht Nr. 50 5. August 2026 Samina Sultan

US-Zölle auf Stahl- und Aluminiumprodukte: Wer gewinnt, wer verliert?

Samina Sultan Institut der deutschen Wirtschaft (IW) Institut der deutschen Wirtschaft (IW)

Mehr zum Thema

Mehr zum Thema

Artikel lesen
Dr. Samina Sultan, Senior Economist für europäische Wirtschaftspolitik und Außenhandel
Interview 4. November 2026 Samina Sultan in der Wirtschaftswoche

US-Midterms: „Wir sollten uns trotzdem auf weitere Turbulenzen einstellen“

Die Republikaner verlieren die US-Midterms deutlich. Das muss nicht zwingend zu einem Umschwung in der Wirtschaftspolitik führen, erklärt IW-Ökonomin Samina Sultan im Interview mit der Wirtschaftswoche.

Samina Sultan in der Wirtschaftswoche IW

Artikel lesen
NDR 3. November 2026 Samina Sultan auf NDR Inforadio

US-Midterms: „Wirtschaft der USA nur auf den ersten Blick robust”

Die US-Wirtschaft wächst dank KI-Boom. Inflation und Arbeitslosigkeit sind aber hoch, erklärt IW-Außenhandelsexpertin Samina Sultan im Interview auf NDR Info.

Samina Sultan auf NDR Inforadio IW

Mehr zum Thema

Inhaltselement mit der ID 8880