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Besonders wichtig sind die USA für die deutschen Auslandsinvestitionen in der Chemiebranche. (© Gettyimages)
Pressemitteilung 6. Oktober 2026 Samina Sultan / Jürgen Matthes

Deutsche Auslandsinvestitionen: Seit 2010 mehr als verdoppelt

Deutsche Unternehmen haben den Wert ihrer Direktinvestitionen im Ausland seit 2010 mehr als verdoppelt, zeigt eine Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW). Gründe hierfür sind vermehrt niedrige Produktionskosten im Ausland. Das kann zu Lasten des deutschen Standortes gehen.

Der Bestand an deutschen Direktinvestitionen im Ausland lag im Jahr 2024 (letztverfügbarer Datenstand) bei 1.689 Milliarden Euro. Das zeigt eine vom Auswärtigen Amt geförderte IW-Analyse auf Basis von Daten der Deutschen Bundesbank. 

In welchen Ländern deutsche Unternehmen am meisten investieren

Einige der wichtigsten Zielregionen:

  • USA: Mit einem Anteil von 27,3 Prozent lagen die Vereinigten Staaten 2024 an der Spitze. Seit 2010 stieg der Wert der deutschen Direktinvestitionen dort um 102 Prozent. Besonders wichtig sind die USA für die deutschen Auslandsinvestitionen in der Chemiebranche: Von insgesamt 118 Milliarden Euro an Auslandsinvestitionen in der Chemie gingen 46,2 Prozent in die Vereinigten Staaten. Die aktuellen Investitionsflüsse fallen allerdings deutlich schwächer aus.
  • China: China kam 2024 auf einen Anteil von 6,5 Prozent und lag damit auf Platz drei. Seit 2010 stieg der Wert der deutschen Direktinvestitionen dort um 281 Prozent – stärker als in jedem anderen der wichtigsten Zielländer. Besonders eng ist die Autoindustrie mit China verbunden: 2024 beliefen sich die deutschen Auslandsinvestitionsbestände in der Branche auf 142 Milliarden Euro - rund ein Viertel davon lag in China. In keiner anderen Industriebranche ist der China-Anteil so hoch.
  • EU-Staaten: Auf die 27 Mitgliedstaaten der EU entfiel ein Anteil von 38 Prozent. Seit 2010 stiegen die Direktinvestitionen in die EU um 136 Prozent. Bei Banken und Versicherungen zeigte sich eine Verschiebung: 2010 lagen noch fast 48 Prozent der Auslandsbestände in den USA, nur sechs Prozent in der EU. 2024 war es umgekehrt: Die EU kam auf 43 Prozent, der US-Anteil war auf rund die Hälfte gesunken. 

Standort Deutschland zu teuer

Die gestiegenen deutschen Auslandsinvestitionen allein sind noch kein Grund zur Sorge, denn gleichzeitig investierten ausländische Unternehmen zuletzt wieder mehr in Deutschland. Erschließen Unternehmen durch Auslandsinvestitionen neue Märkte, können sie mehr exportieren und so die heimische Wirtschaft stärken. Anders ist es, wenn die Produktion kostenbedingt verlagert wird. Tatsächlich sind Kostenmotive laut einer DIHK-Umfrage bei Industrieunternehmen in den letzten Jahren wichtiger geworden. 

„Schrumpfen die Margen, verlagern Unternehmen ihre Produktion verstärkt in Länder mit niedrigeren Löhnen“, sagt IW-Ökonomin Samina Sultan. Die heimische Politik sei gefordert. Sie müsse jetzt Reformen umsetzen, um Deutschland im internationalen Wettbewerb zu stärken und die Kosten für Unternehmen hierzulande zu senken.

Zur Methodik: Direktinvestitionsbestände erfassen stichtagsbezogen das anteilige Eigenkapital an ausländischen Beteiligungen (einschließlich Rücklagen, Vorträgen und Jahresergebnis) und die konzerninternen Kreditbeziehungen. Somit können neben neuen Transaktionen auch Wert- und Wechselkursänderungen bei den bisherigen Beständen ursächlich für Veränderungen bei den Direktinvestitionsbeständen sein. In der Analyse wurden die deutschen Direktinvestitionen im Ausland nach dem Land der ersten operativen Einheit zugeordnet, durch abhängige Holdinggesellschaften wird demnach „hindurchgeschaut“.
 

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Eine empirische Analyse der deutschen Direktinvestitionsbestände im Ausland und Auswirkungen auf den deutschen Standort
IW-Report Nr. 39 6. Oktober 2026 Samina Sultan / Jürgen Matthes

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