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Irankrieg würgt wirschaftliche Erholung in Deutschland ab (© Gettyimages)
Pressemitteilung 7. Mai 2026 Michael Grömling / IW-Forschungsgruppe Makroökonomie und Konjunktur

Iran-Krieg: IW halbiert Wachstumsprognose für 2026

Die deutsche Wirtschaft kommt nicht aus der Krise. Der Irankrieg mit seinen ansteigenden Energiepreisen und Lieferstörungen stoppen die erhoffte Erholung, zeigt die Konjunkturprognose des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW).

Der Krieg im Nahen Osten trifft die seit langem angeschlagene deutsche Wirtschaft hart. Das IW rechnet für 2026 nur noch mit einem Wachstum von gut 0,4 Prozent – weniger als halb so viel wie im Dezember prognostiziert. Die erhoffte Erholung nach drei Jahren Rezession und Stagnation fällt damit erneut aus. Betroffen sind nahezu alle Bereiche: Exporte schrumpfen, Investitionen und Konsum stagnieren, die Erwerbstätigkeit sinkt – einzig der Staat stützt die Nachfrage.

Die Ergebnisse im Detail:

  • Die deutschen Exporte sinken 2026 um 0,3 Prozent – zum vierten Mal in Folge. Das Auslandsgeschäft koppelt sich weiter vom Welthandel ab, der um 1,7 Prozent zulegt. Denn die globale Nachfrage verschiebt sich weg vom deutschen Produktionsportfolio, die Wettbewerbsfähigkeit sinkt, Unternehmen verlagern ihre Produktion ins Ausland.  
  • Die Investitionskrise hält an: Das IW halbiert nahezu seine Prognose für die Anlageinvestitionen von 2,2 auf 1,2 Prozent. Die Ausrüstungsinvestitionen etwa für Maschinen oder Nutzfahrzeuge lagen schon 2025 um elf Prozent unter dem Niveau von 2019. Nur jedes fünfte Unternehmen plant höhere Ausgaben – doppelt so viele wollen sogar kürzen. 
  • Der private Konsum kommt 2026 nicht vom Fleck: Noch im Dezember rechnete das IW mit einem Plus von einem Prozent – jetzt stagniert er wieder. Steigende Energie- und Lebensmittelpreise treiben die Inflation auf gut drei Prozent und entziehen den Haushalten Kaufkraft. Die Folge: Viele Bürger halten ihr Geld zusammen.   
  • Die schlechte Konjunktur setzt sich auf dem Arbeitsmarkt fort: Die Arbeitslosigkeit steigt auf gut drei Millionen, die Arbeitslosenquote auf 6,4 Prozent. Die Erwerbstätigkeit sinkt um 190.000 Personen. 
  • Dass die Wirtschaft noch ein Plus verzeichnet, liegt am Staat: Öffentliche Konsumausgaben und Verteidigungsinvestitionen stützen die Nachfrage. Das hat seinen Preis: Das Staatsdefizit steigt auf 156 Milliarden Euro, die Staatsquote auf über 51 Prozent.

Krisen setzen der deutschen Wirtschaft zu

„Die Krisen prasseln schneller auf die deutsche Wirtschaft ein, als sie sich erholen kann", sagt IW-Konjunkturchef Michael Grömling. Es sei dennoch verfehlt, wenn die Politik mit Tankrabatten suggeriere, die zwangsläufigen Wohlstandsverluste auffangen zu können. „Die Politik muss sich auf das konzentrieren, was sie beeinflussen kann“, so Grömling. Wenn Schwarz-Rot das Reformfenster nutze, um die Wettbewerbsfähigkeit und die Investitionsbedingungen für Unternehmen zu verbessern, sei dem Land mehr geholfen. 

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