1. Home
  2. Presse
  3. Pressemitteilungen
  4. Inflation: Wer die größte Last trägt
Zeige Bild in Lightbox
(© Foto: GettyImages)
Teilen Sie diesen Artikel:

oder kopieren Sie den folgenden Link:

Der Link wurde zu Ihrer Zwischenablage hinzugefügt!

Markus Demary / Cornelius Kruse / Jonas Zdrzalek Pressemitteilung 10. Dezember 2021

Inflation: Wer die größte Last trägt

Die Inflationsrate steigt und steigt. Eine neue Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) zeigt nun, dass vor allem ärmere Haushalte und Rentner die Folgen der Inflation spüren. Dafür haben die IW-Ökonomen Preissteigerung seit 1995 und die Konsumgewohnheiten der Deutschen ausgewertet und verglichen.

Teilen Sie diesen Artikel:

oder kopieren Sie den folgenden Link:

Der Link wurde zu Ihrer Zwischenablage hinzugefügt!

Viele Deutsche sorgen sich über die hohe Inflation: Sie entwertet die Ersparnisse und verteuert den Alltag, ob im Supermarkt, an der Tankstelle oder bei der Nebenkostenabrechnung. Eine neue IW-Studie zeigt nun, wen die Preissteigerungen am stärksten treffen: Werden die Auswirkungen der vergangenen Monate betrachtet, spüren Reiche die Folgen der Inflation stärker als Arme. Werden dagegen die vergangenen Jahrzehnte betrachtet, trifft die Inflation vor allem ärmere Haushalte und Rentner. Für die einkommensärmsten Deutschen sind die Lebenshaltungskosten demnach seit 1995 um fast 34 Prozent gestiegen, die der einkommensreichsten Haushalte dagegen nur um rund 28 Prozent. Ein 80-Jähriger mit durchschnittlichem Konsumverhalten zahlt heute knapp 43 Prozent mehr für seinen Lebensstandard als ein vergleichbarer 80-jähriger im Jahr 1995, junge Erwachsene im Alter von 18 bis 24 dagegen nur rund 19 Prozent mehr.

Elektronik wird immer günstiger

Die Unterschiede erklären sich vor allem durch die verschiedenen Konsumgewohnheiten der Deutschen: Arme Haushalte geben einen großen Teil ihres Einkommens für Miete, Gas, Strom und Lebensmittel aus, während reiche Haushalte vergleichsweise viele Elektrogeräte kaufen – die sind gemessen an der Qualität deutlich günstiger geworden. Von diesem Effekt profitieren auch Jüngere, die deutlich mehr Elektronik kaufen als 80-Jährige. Zudem leben Jüngere im Vergleich zu Älteren in kleinen Wohnungen oder Wohngemeinschaften, geben also weniger für Miete und Nebenkosten aus und spüren Teuerungen in diesem Bereich deshalb nicht so stark. Im Vergleich von Mietern und Wohneigentümern sind die Unterschiede kleiner: So haben sich die Lebenshaltungskosten von Mietern seit 1995 um rund 38 Prozent erhöht, die von Eigentümern um rund 41 Prozent. Das liegt vor allem daran, dass Wohnungseigentümer auf mehr Quadratmetern leben und entsprechend höhere Kosten für Strom und Heizung haben.

Kaum Ausweichmöglichkeiten für ärmere Haushalte

Grundsätzlich haben ärmere Haushalte in wirtschaftlich schwierigen Zeiten ein größeres Risiko, arbeitslos zu werden. „Gleichzeitig tragen sie die Hauptlast von Preissteigerungen“, sagt IW-Studienautor Markus Demary. „Sie geben einen großen Teil ihres Einkommens für lebensnotwendige Güter aus. Steigt dort der Preis, gibt es kaum Ausweichmöglichkeiten.“ Es sei nicht Aufgabe der Geldpolitik, individuelle Inflationsraten zu kontrollieren – dennoch würde eine geringere Inflation alle Bevölkerungsschichten entlasten und müsse deshalb zentrales Ziel bleiben. 
 

PDF herunterladen
Welche Inflationsunterschiede bestehen in der Bevölkerung?
Markus Demary / Cornelius Kruse / Jonas Zdrzalek IW-Report Nr. 46 10. Dezember 2021

Welche Inflationsunterschiede bestehen in der Bevölkerung?

PDF herunterladen Zitieren

Kopieren Sie die Informationen:

Der Link wurde zu Ihrer Zwischenablage hinzugefügt!

Institut der deutschen Wirtschaft (IW) Institut der deutschen Wirtschaft (IW)

Teilen Sie diesen Artikel:

oder kopieren Sie den folgenden Link:

Der Link wurde zu Ihrer Zwischenablage hinzugefügt!

Mehr zum Thema

Artikel lesen
Michael Hüther in Aus Politik und Zeitgeschichte Externe Veröffentlichung 2. Januar 2023

Geldpolitik und Finanzpolitik im Dilemma

Bei der Prognose der Wirtschaftsentwicklung für das Jahr 2023 landet man nicht nur in der gewohnten Nebelwand schlechter Sichtverhältnisse aufgrund unzureichend weit weisender Frühindikatoren und theoretischer Modelle.

IW

Artikel lesen
Markus Demary / Jonas Zdrzalek EconPapers 21. Dezember 2022

Zeitenwende bei Inflation und Zinsen

Lieferengpässe im Zuge der Covid-19-Pandemie und der Krieg Russlands gegen die Ukraine haben dazu beigetragen, dass die Inflationsraten wieder angestiegen sind. In dieser Studie wird argumentiert, dass sich dadurch sechs strukturelle Faktoren verstärkt haben. ...

IW

Mehr zum Thema

Inhaltselement mit der ID 8880