1. Home
  2. Presse
  3. Pressemitteilungen
  4. Erneuerbare Energien: Deutsche Exporte fallen zurück
Zeige Bild in Lightbox
(© Foto: iStock)
Teilen Sie diesen Artikel:

oder kopieren Sie den folgenden Link:

Der Link wurde zu Ihrer Zwischenablage hinzugefügt!

Jürgen Matthes / Thilo Schaefer Pressemitteilung 9. August 2021

Erneuerbare Energien: Deutsche Exporte fallen zurück

“Made in Germany” ist eine Marke, die auf der ganzen Welt gefragt ist. Im Sektor der erneuerbaren Energien tut sich Deutschland beim Export jedoch schwerer als gedacht, wie eine neue Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) zeigt: Die Exportzahlen wichtiger Güter für die Erzeugung erneuerbarer Energien stagnieren oder sinken seit Jahren. Mit der richtigen Strategie kann der negative Trend jedoch gestoppt werden.

Teilen Sie diesen Artikel:

oder kopieren Sie den folgenden Link:

Der Link wurde zu Ihrer Zwischenablage hinzugefügt!

Solarmodule aus Deutschland waren Ende der 2000er Jahre auf der ganzen Welt gefragt. Die Technologie schien eine deutsche Erfolgsgeschichte zu werden. Die Bundesregierung förderte großzügig, der Solarausbau boomte, doch trotzdem kam es für die deutsche Solarindustrie zum Absturz: China bot Solarmodule zu niedrigeren Preisen, aufgrund niedrigerer Kosten und hoher Subventionen. In der Folge sank der deutsche Export von Solarmodulen zwischen 2010 und 2019 um über 70 Prozent. Hersteller machten reihenweise Pleite oder wurden mitsamt ihrem geförderten Wissen ins Ausland verkauft - spätestens als hierzulande die Vergütung für Strom aus erneuerbaren Energien zurückgefahren wurde. Aktuelle Zahlen zu weiteren Gütern, die bei der Herstellung von Anlagen zur Erzeugung erneuerbarer Energien zum Einsatz kommen, bestätigen die schwache Exportperformance. 

China hat die Nase vorn

Bei Wechselrichtern, die auch in Solaranlagen eingesetzt werden, kommt China inzwischen auf das Dreifache des deutschen Exportvolumens. Bei Windkraftanlagen hat Deutschland zwar noch die Nase vorn, doch droht China hier mittelfristig ebenfalls vorbeizuziehen: Allein zwischen 2015 und 2019 haben sich entsprechende chinesische Exporte mehr als verdreifacht, während die deutschen Exporte leicht sanken. Auch bei Elektrolysegeräten, die verwendet werden, um Wasserstoff herzustellen, gibt es Schwierigkeiten – seit Jahren gehen die deutschen Exporte hier im Trend zurück. 

Auf komparative Vorteile achten

Für die IW-Forscher liegt das Problem in den letztlich zu niedrigen technologischen Ansprüchen und der leichten Kopierbarkeit vieler Produkte, deren Herstellung sich deshalb eher in Ländern wie China anbietet. Deutschland dagegen ist zwar ein Hochtechnologieland, aber eben auch ein Land mit hohen Produktionskosten. „Nur bei hohem Innovationsanspruch und komplizierter, schwer standardisierbarer Technologie haben deutsche Hersteller auf Dauer gute Chancen“, sagt IW-Ökonom Jürgen Matthes. Deshalb empfehlen die Wissenschaftler bei klimapolitisch motivierten Förderprogrammen zu berücksichtigen, in welchen Bereichen Deutschland auch wirklich dauerhaft komparative Vorteile hat. IW-Forscher Thilo Schaefer verweist auf positive Beispiele: „Gerade im Maschinenbau und in der Elektroindustrie hat Deutschland die Chance, im Bereich der Klimaschutzgüter eine wettbewerbsfähige Produktionsbasis zu entwickeln.“   
 

PDF herunterladen
Exportperformance von Gütern zur Herstellung erneuerbarer Energien enttäuscht
Jürgen Matthes / Thilo Schaefer IW-Kurzbericht Nr. 53 9. August 2021

Exportperformance von Gütern zur Herstellung erneuerbarer Energien enttäuscht

PDF herunterladen Zitieren

Kopieren Sie die Informationen:

Der Link wurde zu Ihrer Zwischenablage hinzugefügt!

Institut der deutschen Wirtschaft (IW) Institut der deutschen Wirtschaft (IW)

Teilen Sie diesen Artikel:

oder kopieren Sie den folgenden Link:

Der Link wurde zu Ihrer Zwischenablage hinzugefügt!

Mehr zum Thema

Artikel lesen
Marina Fecke / Sarah Fluchs / Iris Rieth / Henning Wilts / Lukas John Externe Veröffentlichung 11. November 2021

Circular Economy in der Grundstoffindustrie: Potenziale und Notwendige Rahmenbedingungen für eine erfolgreiche Transformation

Die Circular Economy (CE) ist in den „Sustainable Development Goals” der Vereinten Nationen (SDGs) fest verankert und kann einen wichtigen Beitrag zum Pariser Klimaabkommen leisten. Sie ermöglicht eine Kreislaufführung von Rohstoffen und kann somit auch in ...

IW

Artikel lesen
Hubertus Bardt bei phoenix Video 3. November 2021

Klimaschutz: „Es ist eine riesige Herausforderung”

Die Unternehmen in Deutschland treiben die Klimaschutzpläne voran. Doch wie weit sind sie mit der Umsetzung? Im Interview mit phoenix erklärt IW-Wissenschaftsleiter Hubertus Bardt, welche Branchen bereits Erfolge verzeichnen und wo die Herausforderungen ...

IW

Mehr zum Thema

Inhaltselement mit der ID 8880