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Die Deutschen sind Freizeiteuropameister. (© Gettyimages)
Pressemitteilung 1. Juli 2026 Galina Kolev-Schaefer

Konsum: Deutsche geben jeden zehnten Euro für Freizeit aus

Wofür deutsche Haushalte ihr Geld ausgeben, unterscheidet sich deutlich von anderen EU-Ländern. Im Vergleich zu anderen europäischen Ländern geben die Deutschen anteilsmäßig besonders viel für ihre Freizeit aus und weniger für Nahrungsmittel, zeigt eine Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW).

Deutschland ist Freizeiteuropameister: Kein anderes EU-Land hat 2024 anteilig mehr für Sport, Kultur und Erholung ausgegeben: Mit 9,6 Prozent liegt die Bundesrepublik knapp vor Schweden und weit über dem EU-Schnitt von 7,5 Prozent. Rumänien ist mit 2,6 Prozent das Schlusslicht. Das zeigt eine neue IW-Auswertung auf Basis von Eurostat-Daten. 

So unterscheiden sich die Deutschen beim Konsum vom EU-Durchschnitt

  • Wohnen ist der größte Einzelposten im Haushaltsbudget – in Deutschland wie im EU-Schnitt verschlingt er rund ein Viertel der Konsumausgaben. Besonders viel müssen Tschechen für Wohnraum ausgeben (32 Prozent), am wenigsten Kroaten (14,4 Prozent). Deutschland liegt bei 23,3 Prozent. Bemerkenswert: Der Anteil der Mieten an den Gesamtausgaben der Deutschen ist seit 2021 von 7,8 auf sieben Prozent gesunken.
  • Beim Verkehr gehört Deutschland mit 14,2 Prozent zur Spitzengruppe – Rang drei hinter Slowenien (17,0 Prozent) und Litauen (15,2 Prozent) und deutlich über dem EU-Schnitt von 12,7 Prozent. Am geringsten ist der Anteil in der Slowakei mit nur 5,8 Prozent.
  • Bei Nahrungsmitteln ist das Bild umgekehrt: Mit 11,2 Prozent geben die Deutschen weniger aus als der EU-Schnitt (13,2 Prozent) – in Rumänien fließen dagegen über 23 Prozent in Lebensmittel, in Luxemburg sind es nur 9,3 Prozent. Auch für Restaurantbesuche geben die Deutschen wenig aus: Mit 6,3 Prozent liegen sie fast drei Prozentpunkte unter dem EU-Durchschnitt (9,2 Prozent).

Kaufkraft bestimmt Konsum

Die Daten zeigen: Wofür Europäer ihr Geld ausgeben, hängt von der einkommensabhängigen Kaufkraft, den Preisen und den Gewohnheiten ab. Die Griechen führen beim Olivenöl, die Italiener in der Kategorie Pizza und Quiche, für die Deutschen sind Pauschalreisen gemessen an ihrem Anteil am Konsum besonders wichtig. „Auch wenn die Deutschen es manchmal anders wahrnehmen: Deutschland ist weiterhin ein wohlhabendes Land – und das sieht man am Konsum“, so IW-Expertin Galina Kolev-Schaefer. Die Einkommen seien hoch, Lebensmittel vergleichsweise günstig. Wer sich Grundbedürfnisse leicht leisten könne, habe mehr Geld für Freizeit, Sport und Kultur.
 

Zur Methodik: Die Ergebnisse basieren auf Eurostat-Daten zu den Anteilen an den privaten Konsumausgaben (bis 2024) und zu der Gewichtung der Konsumausgaben bei der Berechnung des Harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI) für das Jahr 2025. Die Ausgabenkategorien folgen der europäischen Klassifikation COICOP. Mietausgaben beziehen sich auf tatsächlich geleistete Mietzahlungen; Wohnkosten für Eigentümer berechnet Eurostat als unterstellte Mietzahlungen gesondert.
 

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IW-Kurzbericht Nr. 44/2026
IW-Kurzbericht Nr. 44 1. Juli 2026 Galina Kolev-Schaefer

Private Konsumausgaben in der EU: Zwischen Kaufkraft-Gefälle und neuen Trends

Galina Kolev-Schaefer Institut der deutschen Wirtschaft (IW) Institut der deutschen Wirtschaft (IW)

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