1. Home
  2. Presse
  3. Pressemitteilungen
  4. Ukrainekrieg: Geflüchtete haben gute Chancen auf dem Arbeitsmarkt
Zeige Bild in Lightbox
(© Foto: GettyImages)
Teilen Sie diesen Artikel:

oder kopieren Sie den folgenden Link:

Der Link wurde zu Ihrer Zwischenablage hinzugefügt!

Dirk Werner / Anika Jansen / Sarah Pierenkemper / Helen Hickmann / Maria Garb Pressemitteilung 19. Mai 2022

Ukrainekrieg: Geflüchtete haben gute Chancen auf dem Arbeitsmarkt

Wer aus der Ukraine nach Deutschland geflüchtet ist, hat gute Chancen, am deutschen Arbeitsmarkt Fuß zu fassen: Das ist das Ergebnis einer neuen Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW). Die meisten Geflüchteten wünschen sich einen Job in Deutschland, sind gut qualifiziert und bringen gefragte Berufs- und Hochschulabschlüsse mit.

Teilen Sie diesen Artikel:

oder kopieren Sie den folgenden Link:

Der Link wurde zu Ihrer Zwischenablage hinzugefügt!

Millionen Menschen flüchten aus der Ukraine vor dem russischen Angriffskrieg, mehr als 610.000 von ihnen sind bislang nach Deutschland gekommen. Derzeit wird vor allem humanitäre Hilfe benötigt: Unterkünfte, Kinderbetreuung, medizinische Hilfe. Völlig unklar ist noch, wie lange die Ukrainer und Ukrainerinnen in Deutschland bleiben – immerhin gaben in Umfragen rund 52 Prozent der Erwachsenen an, hierzulande arbeiten zu wollen. Die Voraussetzungen dafür sind gut: 93 Prozent der befragten geflüchteten Ukrainerinnen und Ukrainer haben das Abitur absolviert oder sogar studiert, 86 Prozent waren vor der Flucht berufstätig. In den Jahren vor dem Krieg kamen viele aus der Ukraine nach Deutschland, deren berufliche Qualifikationen hierzulande anerkannt wurden und deren Integration in den Arbeitsmarkt dadurch gut gelungen ist, wie eine neue IW-Studie nun zeigt. 

Ärzte, Pfleger und Lehrer

Wer aus dem Ausland nach Deutschland kommt und hierzulande in einem reglementierten Beruf arbeiten möchte – also beispielsweise als Pfleger, Arzt, Erzieher oder Meister im Handwerk – muss seinen gelernten Beruf anerkennen lassen. Zwischen 2016 und 2020 haben das rund 6.200 Ukrainer und Ukrainerinnen gemacht. Gut die Hälfte von ihnen wurde vollwertig anerkannt, weitere vier von zehn teilweise; nur sieben Prozent der Berufe wurden nicht anerkannt. Bundesweit registrierten die zuständigen Stellen in diesem Zeitraum 1.470 ukrainische Ärzte und Ärztinnen, außerdem 1.167 Pfleger und Pflegerinnen sowie 798 Lehrkräfte und 339 Erzieher und Erzieherinnen. Damit haben viele der bisher nach Deutschland gekommen Ukrainer und Ukrainerinnen Berufe gelernt, in denen hierzulande etliche Fachkräfte fehlen: Es mangelt derzeit bundesweit beispielsweise an rund 15.700 Pflegefachkräften sowie 16.000 Erzieherinnen und Erziehern. 

Passgenaue Unterstützung ist gefragt

„Die geflüchteten Ukrainer und Ukrainerinnen bringen sehr gute Voraussetzungen mit, um auf dem deutschen Arbeitsmarkt Fuß zu fassen“, sagt Studienautor und IW-Ökonom Dirk Werner. Im Vergleich zu anderen Herkunftsländern sei die Zahl der Anträge zur Anerkennung hoch. „Gleichzeitig ist Integration aber kein Selbstläufer. Wir sollten die Geflüchteten als Gesellschaft bei ihrem Wunsch unterstützen, hier in Deutschland Fuß zu fassen, etwa im Bereich der Kinderbetreuung. Zudem sollten die vorhandenen Unterstützungsangebote flexibel und bedarfsgerecht organisiert werden, um den Menschen diesen Schritt zu erleichtern.“ Hilfreich wären beispielsweise geförderte passgenaue Sprachkurse.
 

PDF herunterladen
Integration durch berufliche Anerkennung für Geflüchtete aus der Ukraine
Dirk Werner / Anika Jansen / Sarah Pierenkemper / Helen Hickmann / Maria Garb IW-Report Nr. 25 19. Mai 2022

Integration durch berufliche Anerkennung für Geflüchtete aus der Ukraine

PDF herunterladen Zitieren

Kopieren Sie die Informationen:

Der Link wurde zu Ihrer Zwischenablage hinzugefügt!

Institut der deutschen Wirtschaft (IW) Institut der deutschen Wirtschaft (IW)

Teilen Sie diesen Artikel:

oder kopieren Sie den folgenden Link:

Der Link wurde zu Ihrer Zwischenablage hinzugefügt!

Mehr zum Thema

Artikel lesen
Anerkannte Fachkräfte können nur jede siebte Stelle besetzen
Nora Rohr / Daniel Wörndl IW-Nachricht 15. September 2022

Ausländische Berufsabschlüsse: Anerkannte Fachkräfte können nur jede siebte Stelle besetzen

Wer im Ausland einen Berufsabschluss gemacht hat, kann ihn in Deutschland anerkennen lassen, 2021 klappte das in 46.900 Fällen. Um den deutschen Fachkräftemangel zu beseitigen, bräuchte es aber deutlich mehr ausländische Zuwanderung.

IW

Artikel lesen
Dirk Werner in SWR2 SWR2 15. September 2022

Azubimangel – Was tun gegen den Lehrlingsnotstand?

Abertausende Ausbildungsplätze, vor allem im Handwerk, sind unbesetzt, Betriebe suchen verzweifelt nach Nachwuchs. Welche neuen Wege müssen Betriebe gehen, um Azubis zu finden? Darüber diskutiert IW-Experte Dirk Werner im SWR2-Forum mit anderen Experten.

IW

Mehr zum Thema

Inhaltselement mit der ID 8880