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Wer eine Wohnung in Amsterdam bauen möchte, muss längst nicht so viel zahlen wie hierzulande. (© Foto: iStock)
Pressemitteilung 20. September 2018 Michael Voigtländer / Pekka Sagner

Wohnungsbau: Kleiner Nachbar, großes Vorbild

Tausende Normen sorgen dafür, dass der Wohnungsbau in Deutschland immer teurer wird. Die Niederlande haben dieses Problem schon vor Jahren erkannt und setzen nicht mehr auf konkrete Vorgaben, sondern auf Ziele. Das funktioniert.

Wer in Deutschland eine Wohnung baut, muss dafür immer tiefer in die Tasche greifen. Im Jahr 2007 zahlten Bauherren noch etwa 1.250 Euro je Quadratmeter, ohne Grundstück – zehn Jahre später waren es schon rund 36 Prozent mehr, etwa 1.700 Euro je Quadratmeter. Die Preissteigerung hat viele Gründe: Material wird immer teurer, die Löhne für qualifizierte Arbeitskräfte steigen. Vor allem aber steigen die Anforderungen an Neubauwohnungen: Europäische, internationale und deutsche Vorgaben treiben die Preise. 

Derzeit gibt es rund 3.300 Normen, die Bauherren in Deutschland beachten müssen, dazu kommen noch Auflagen der Landesbauordnungen und der Kommunen. In den vergangenen Jahren sind immer wieder neue Normen dazugekommen, beispielsweise um die Klimaschutzziele der Bundesregierung zu erreichen, den Brandschutz zu verbessern oder Neubauwohnungen besser gegen Lärm zu isolieren. Das treibt die Baukosten weiter.

Dass es auch anders geht, beweisen die Niederlande schon seit Jahren. Bei unseren Nachbarn ist der Bau von Wohnungen in den vergangenen Jahren zwar auch teurer geworden, allerdings längst nicht so wie hierzulande. In den Niederlanden sind die Baukosten für Neubauwohnungen in den vergangenen zehn Jahren nur um rund sechs Prozent gestiegen. 

Hintergrund: Die Niederländer haben schon vor Jahren ihre Bauordnung reformiert. Sie stützt sich inzwischen hauptsächlich auf Ziele. Konkret bedeutet das: Es bleibt den Bauherren überlassen, wie sie Energie einsparen oder Wohnungen gegen Schall schützen, solange sie nur die vorgegebenen Richtwerte erreichen. Das weckt das Innovationspotential der Baufirmen. So gibt es schon jetzt neue energiesparende Konzepte in der Fertigbauweise, die in Deutschland bisher aber kaum zum Einsatz kommen. 

Um die deutsche Normenlandschaft zu entschlacken, müssten die Länder ihre jeweiligen Landesbauordnungen überarbeiten und veraltete oder unnötige Verordnungen streichen – eine Mammutaufgabe. Noch besser wäre daher eine Musterbauordnung, die offen für neue Technologien ist und auf viele Vorgaben verzichtet. Und das würde dann endlich auch den Anstieg der Baukosten eindämmen. 

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Vorbild Niederlande
IW-Kurzbericht Nr. 60 20. September 2018 Pekka Sagner / Michael Voigtländer

Niedrige Baukosten: Vorbild Niederlande

Pekka Sagner / Michael Voigtländer Institut der deutschen Wirtschaft (IW) Institut der deutschen Wirtschaft (IW)

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