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Die Zahl der Ausbildungsstellen in Engpassberufen ist in den vergangenen Jahren stark gestiegen. (© Foto: iStock)
Pressemitteilung 15. Oktober 2018 Alexander Burstedde / Paula Risius

Fachkräftemangel: Der Kampf der Kleinen

Insbesondere dem Mittelstand fällt es immer schwerer, Fachkräfte zu finden, zeigt eine Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW). Die Situation verschärft sich deutschlandweit – vor allem Fachkräfte mit Berufsausbildung sind Mangelware. Die Unternehmen reagieren darauf, indem sie beispielsweise mehr Ausbildungsplätze in Engpassberufen anbieten.

Im vergangenen Jahr waren rund 72 Prozent aller offenen Stellen in Engpassberufen ausgeschrieben, das sind Berufe, für die es mehr freie Stellen als verfügbare Fachkräfte gibt. Vor fünf Jahren traf das erst auf 47 Prozent der Stellen zu.

Vor allem kleine und mittlere Unternehmen (KMU) gehen bei der Mitarbeitersuche häufig leer aus: Sie sind nicht so bekannt wie Konzerne und sitzen zudem oft in der Provinz. Im Schnitt können kleine Unternehmen mit weniger als 50 Mitarbeitern jede dritte Stelle nicht besetzen. Die Folge: Diese Firmen arbeiten oft an der Auslastungsgrenze und können neue Aufträge nicht annehmen. „Der Mangel erfasst mehr und mehr Regionen und Branchen. Dabei geht es immer öfter um beruflich qualifizierte Fachkräfte, nicht um Akademiker“, erklärt IW-Wissenschaftlerin Paula Risius. Die Firmen versuchen, den Fachkräftemangel in Engpassberufen abzumildern, indem sie die Ausbildung verstärken: So ist die Zahl der Ausbildungsplätze in Engpassberufen seit 2012 um 13 Prozent gestiegen. In Berufen ohne Mangel nahm das Angebot dagegen um rund zwölf Prozent ab. „Die eigene betriebliche Ausbildung ist vor allem für kleine und mittlere Unternehmen entscheidend, um Fachkräfte zu gewinnen, die auf dem Arbeitsmarkt derzeit nicht zu finden sind“, sagt Risius.

Umso alarmierender ist, dass Unternehmen in vielen Regionen zudem Probleme haben, ihre Ausbildungsstellen zu besetzen – denn jeder unbesetzte Ausbildungsplatz verschärft langfristig die Lage auf dem Arbeitsmarkt weiter. So bleibt in Mecklenburg-Vorpommern bereits fast jede siebte Stelle unbesetzt, zeigt die IW-Studie.

Um sich im Kampf um die Köpfe gegen Großunternehmen durchzusetzen, sollten KMU starke Arbeitgebermarken aufbauen. Dabei können sie ihre Stärken ausspielen: die oft flachen Hierarchien und schnelleren Aufstiegsmöglichkeiten sowie die starke Verwurzelung in der Region. Als attraktiver Ausbildungsbetrieb zu gelten ist heute eine der wichtigsten Voraussetzungen, um Auszubildende zu finden.

Das IW analysiert im Rahmen des vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie geförderten Projekts „Kompetenzzentrum Fachkräftesicherung“ (KOFA) regelmäßig den Arbeitsmarkt und unterstützt kleine und mittlere Unternehmen beim Thema Fachkräftesicherung und Personalarbeit.
 

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