Rund 88 Prozent der Arbeitnehmer in Deutschland sind mit ihrem Beschäftigungsverhältnis zufrieden. Damit liegt die Bundesrepublik leicht über dem europäischen Durchschnitt von 86 Prozent, wie eine empirische Analyse auf Basis des European Working Conditions Survey (EWCS) 2015 zeigt. An der Spitze stehen Arbeitnehmer aus Österreich und den Niederlanden mit knapp 93 beziehungsweise knapp 92 Prozent.

Ausschlaggebend für die Zufriedenheit sind Wertschätzung und Anerkennung, die sich in Geld, Aufstiegsperspektiven und Lob ausdrücken. Ähnlich wichtig ist ein gutes soziales Umfeld am Arbeitsplatz. Andersherum wirken sich Zeitdruck, häufige Unterbrechungen oder sehr lange Arbeitszeiten negativ auf die Arbeitszufriedenheit aus. Größere Handlungsspielräume für die Beschäftigten können dies allerdings aufwiegen. So bewerten zum Beispiel mehr als 80 Prozent der Beschäftigten in Deutschland, die unter starken Termindruck arbeiten, ihren Arbeitsplatz als gut.

Ohne Unterstützung macht der Job keinen Spaß

Anteil der Befragten in Prozent, die mit ihrer Arbeit insgesamt zufrieden sind, und wie sich dieser Anteil verändert, wenn die Beschäftigten mit einzelnen Aspekten ihrer Arbeit unzufrieden sind

Quelle: Institut der deutschen Wirtschaft, EWCS2015

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Bei der Auswertung zeigt sich auch, dass Führungskräfte aus Sicht der Betroffenen besser sind als ihr Ruf: In allen Mitgliedstaaten der Europäischen Union fühlt sich die große Mehrheit der Beschäftigten von ihrer unmittelbaren Führungskraft gewürdigt, auch in Deutschland. Europaweit und auch hierzulande bestätigen sieben von zehn Arbeitnehmern, dass sie von ihrer Führungskraft für gute Arbeit auch gelobt werden.

„Die Zufriedenheit ist der eigentliche Gradmesser für die Qualität der Arbeitsplätze in einer Volkswirtschaft“, erklärt IW-Arbeitsmarktexpertin Andrea Hammermann. Je zufriedener die Arbeitnehmer seien, desto höher sei die Qualität der Arbeit, wie sie von den Beschäftigten wahrgenommen wird. Im Vergleich zu den Vorgängeruntersuchungen des EWCS aus den Jahren 2005 und 2010 ist die Arbeitszufriedenheit auf hohem Niveau konstant geblieben. „Für eine häufig unterstellte schleichende Verschlechterung der Qualität der Arbeit fehlt daher in Deutschland und auch in der Europäischen Union insgesamt der empirische Beleg.“