1. Home
  2. Presse
  3. IW-Nachrichten
  4. EU-Klimagesetz: Auf die Umsetzung kommt es an
Teilen Sie diesen Artikel:

oder kopieren Sie den folgenden Link:

Der Link wurde zu Ihrer Zwischenablage hinzugefügt!

Thilo Schaefer IW-Nachricht 4. März 2020

EU-Klimagesetz: Auf die Umsetzung kommt es an

Ursula von der Leyen verknüpft ihre Kommissionspräsidentschaft mit einem enormen Vorhaben: dem Europäischen Green Deal. Sie strebt europaweit bis 2050 Klimaneutralität an, was einer deutlichen Zielverschärfung gleichkommt: Die Treibhausgasemissionen müssen nun wesentlich schneller sinken als bisher geplant. Die EU-Kommission möchte gleichzeitig das Wachstum der europäischen Wirtschaft gewährleisten und ungünstige Verteilungswirkungen auffangen. Damit das gelingt, fehlt das Entscheidende: ein verlässlicher Umsetzungsplan.

Teilen Sie diesen Artikel:

oder kopieren Sie den folgenden Link:

Der Link wurde zu Ihrer Zwischenablage hinzugefügt!

Viele europäische Unternehmen produzieren bereits sehr erfolgreich klimafreundliche Technologien und verfolgen innovative Geschäftsmodelle. Allerdings sind große Teile der Industrieunternehmen weiterhin auf fossile Energieträger und hohe Treibhausgasemissionen angewiesen. Gerade bei der Produktion von Stoffen wie Stahl, Chemikalien und Zement entstehen im Herstellungsprozess Emissionen, die sich nicht ohne Weiteres vermeiden lassen. In einigen Fällen können durch neue Produktionsverfahren Emissionen eingespart oder andere Energieträger wie grüner Wasserstoff eingesetzt werden. Beides ist jedoch mit höheren Kosten verbunden.  

Klimafreundlichkeit zahlt sich oft nicht aus 

Im internationalen Handel lassen sich diese klimafreundlicheren Produkte nicht zu höheren Preisen verkaufen. Im Gegenteil: Es bestehen sogar Anreize, die Produktion an Orte zu verlagern, an denen die Umweltauflagen weniger streng sind und die CO2-Kosten niedriger sind oder gar nicht existieren. Das ist jedoch kontraproduktiv für den Klimaschutz. Damit die Produktion klimafreundlicher Technologie in Europa gelingt und auf dem Weltmarkt konkurrenzfähig wird, brauchen Unternehmen gezielte Förderung, passende Infrastruktur und vor allem verlässliche Rahmenbedingungen. Investitionen in neue Verfahren, bei denen erneuerbare Energieträger eingesetzt werden können, bedürfen einer Perspektive, damit sie sich auf lange Sicht lohnen und die Unternehmen damit Geld verdienen können. 

Maximale Verunsicherung 

Aktuell ist das Gegenteil der Fall, zumal viele Bereiche bislang national geregelt werden. Das deutsche Brennstoffemissionshandelsgesetz beispielsweise, das Brennstoffen wie Benzin und Heizöl einen CO2-abhängigen Preis geben soll, wurde bereits angepasst, bevor es in Kraft getreten ist. Durch den Green Deal dürfte es weitere Anpassungen geben. Unternehmen sind verunsichert, weil nicht klar ist, wie sich die Preise nach der Einführungsphase von fünf Jahren entwickeln. Deshalb ist es wünschenswert, dass die Kommission ihre Ziele mit klaren Umsetzungsstrategien verknüpft. Andernfalls legen die einzelnen Nationen wie bisher ihre eigenen Regeln fest und steuern reihenweise inkonsistente Klimaschutzmaßnahmen bei. Die kosten zwar viel Geld, tragen aber wenig bis gar nicht zur Reduktion der Treibhausgasemissionen bei. 

Teilen Sie diesen Artikel:

oder kopieren Sie den folgenden Link:

Der Link wurde zu Ihrer Zwischenablage hinzugefügt!

Mehr zum Thema

Artikel lesen
Bundesregierung verschätzt sich bei Importen bis 2030
Malte Küper / Thilo Schaefer Pressemitteilung 18. November 2021

Wasserstoffstrategie: Bundesregierung verschätzt sich bei Importen bis 2030

Um in den nächsten Jahren die Versorgung mit grünem Wasserstoff zu sichern, ist Deutschland auf Importe angewiesen. Allerdings können Lieferungen aus dem Ausland den deutschen Bedarf bis 2030 nicht decken: Das ist das Ergebnis einer neuen Studie vom Institut ...

IW

Artikel lesen
Andreas Fischer IW-Nachricht 13. Oktober 2021

Gas- und Strompreise: Familien könnten bis zu 430 Euro sparen

Die Energiepreise steigen immer weiter und machen vielen Deutschen Sorgen: Es könnte ein sehr teurer Winter bevorstehen. Nun reagiert die EU auf das Problem, sie möchte Geringverdiener und kleine Unternehmen entlasten. Besonders ein Mittel würde auch dauerhaft ...

IW

Mehr zum Thema

Inhaltselement mit der ID 8880