1. Home
  2. Presse
  3. IW-Nachrichten
  4. Rahmedetalbrücke: Sperrung kostete Wirtschaft 1,5 Milliarden Euro
Zeige Bild in Lightbox The new highway bridge near Lüdenscheid in the Sauerland
Der Neubau der Rahmedetalbrücke ist schneller fertig als geplant. (© Getty Images)
IW-Nachricht 17. Dezember 2025 Puls, Thomas / Kestermann, Christian

Rahmedetalbrücke: Sperrung kostete Wirtschaft 1,5 Milliarden Euro

Ab kommendem Montag rollt der Verkehr wieder über die Talbrücke Rahmede. Die schnelle Fertigstellung hat laut neuen Berechnungen des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) weitere Schäden in Millionenhöhe verhindert. Doch die Lage bleibt ernst.

Am Montag ist es so weit: Dann wird die Rahmedetalbrücke wiedereröffnet – und das früher als geplant. Statt der ursprünglich angesetzten Bauzeit von fünf Jahren ist die Brücke nach vier Jahren wieder befahrbar. Selbst spätere Planungen gingen noch von einer Inbetriebnahme im Februar 2026 aus. Für die Wirtschaft macht das einen großen Unterschied: Die vorgezogene Freigabe erspart der Region nach IW-Berechnungen weitere Schäden in Höhe von rund 60 Millionen Euro, im Vergleich zur Ursprungsplanung sogar bis zu 300 Millionen Euro. 

Sperrung kostete eine Million Euro pro Tag

Vor der Sperrung nutzten täglich rund 48.000 Pkw und 16.000 Lkw die Brücke. Die Folgen des Totalausfalls waren entsprechend gravierend: IW-Berechnungen zufolge summieren sich die Kosten durch Staus und Umleitungen auf etwa eine Milliarde Euro. Hinzu kommen indirekte Schäden in Höhe von rund 500 Millionen Euro durch die schlechtere Erreichbarkeit der Region, etwa durch geringere Umsätze in Einzelhandel und Gastronomie sowie Probleme bei der Fachkräftegewinnung. In der Summe beläuft sich der Schaden auf rund anderthalb Milliarden Euro – das sind rund eine Million Euro pro Tag.

Dennoch bleibt die Verkehrssituation in Nordrhein-Westfalen angespannt. Laut der Bundesanstalt für Straßen- und Verkehrswesen gibt es allein an den Autobahnen in Nordrhein-Westfalen 573 Brückenbauwerke, bei denen die tatsächliche Tragfähigkeit deutlich unter der erforderlichen liegt. Etwa die Wiehltalbrücke auf der A4 zwischen Köln und Olpe, die neu gebaut werden muss. Über sie fahren täglich rund 25.000 Lkw – jeder zehnte in NRW. Aus Sicherheitsgründen droht nun eine Vollsperrung. Seit etwa einem Jahr fließt der Verkehr ohnehin nur noch einspurig je Fahrtrichtung.

Sondervermögen kommt nicht bei Brücken an

Für Unternehmen ist die bröckelnde Infrastruktur eine starke Belastung: In einer Umfrage des IW aus dem Frühjahr 2025 gaben 84 Prozent der Betriebe an, durch mangelhafte Verkehrswege beeinträchtigt zu sein. Für 77 Prozent war die Qualität der Straßen eine Quelle von Beeinträchtigungen. 

Der schnelle Bau der Rahmedetalbrücke zeigt, wie sich die Infrastruktur verbessern lässt. Hohe Investitionen und kurze Planungszeiten senken die Folgekosten durch Sperrungen, Staus und Umleitungen. Gerade angesichts des Zustands vieler Brücken und Straßen in Deutschland sind höhere Investitionen erforderlich. Bund und Länder müssen daher konsequent Mittel aus dem Sondervermögen in die Straßeninfrastruktur lenken. Der geplante Zufluss von jährlich 2,5 Milliarden Euro für Brückensanierungen wird jedoch durch Kürzungen im Kernhaushalt gegenfinanziert. Zugleich zeigt das Jahr 2025 Reformbedarf bei der Finanzierung der Autobahn GmbH. Aufgrund des lange fehlenden Bundeshaushalts für 2025 kamen viele Projekte nicht voran, da ihre Finanzierung vom Haushalt abhängig ist.
 

Mehr zum Thema

Mehr zum Thema

Artikel lesen
Resilienz im Epochenbruch: Zeitenwende für die Infrastruktur? Strukturreformen sind entscheidend
Veranstaltung 8. September 2026 Thomas Puls

Zeitenwende für die Infrastruktur? Strukturreformen sind entscheidend

Wir laden Sie herzlich ein zu einer weiteren Folge der virtuellen IW-Veranstaltungsreihe „Resilienz im Epochenbruch“ zum Thema „Zeitenwende für die Infrastruktur? Strukturreformen sind entscheidend“.

Thomas Puls IW

Artikel lesen
Pressemitteilung 5. September 2026 Simon Gerards Iglesias / Dan Muncaster

Jedes fünfte Unternehmen spürt starke Auswirkungen hybrider Angriffe

Fast 40 Prozent der Großunternehmen in Deutschland berichten von starken Auswirkungen hybrider Angriffe aus dem Ausland. Über alle Größenklassen hinweg ist es fast jedes fünfte Unternehmen, zeigt eine Befragung des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW).

Simon Gerards Iglesias / Dan Muncaster IW

Mehr zum Thema

Inhaltselement mit der ID 8880