1. Home
  2. Presse
  3. IW-Nachrichten
  4. Rekordausgaben für Netzstabilität
IW-Nachricht 18. Januar 2016 Erneuerbare Energien

Rekordausgaben für Netzstabilität

Je mehr Wind und Sonne in die Netze eingespeist werden, desto häufiger wird es zu Schwankungen in der Stromversorgung kommen. Privatverbraucher bekommen davon kaum etwas mit, für die Industrie ist eine stabile Stromversorgung jedoch umso wichtiger: Schon kleinere Schwankungen können zu Produktionsunterbrechungen und Ausfällen führen. Die Netzbetreiber müssen eingreifen – doch das kostet.

Die beiden Netzbetreiber Tennet und 50 Hertz haben eigenen Angaben zufolge 2015 insgesamt über eine Milliarde Euro ausgegeben, für das Hoch- und Herunterfahren von Kraftwerken, für den Abruf der Netzreserve und für das Notabschalten von Windkraftanlagen.

Mit einem wachsenden Anteil von witterungsabhängigen Stromerzeugungsquellen wird es immer wichtiger, dass Netzbetreiber flexibel reagieren können, wenn zu viel oder zu wenig Strom vorhanden ist. Dazu muss es beispielsweise möglich sein, bei Bedarf möglichst viele Stromverbraucher abschalten zu können. Das ist zum einen eine technische Herausforderung. Zum anderen ist es eine Frage der Ausgestaltung des Strommarktes. Wer als Letzter abgeschaltet werden will, muss dafür den höchsten Preis zahlen. Kunden, denen eine dauerhafte Versorgung weniger wichtig ist, können dafür sparen.

Unerlässlich ist auch der Netzausbau, denn nur so lässt sich die Wende hin zu mehr erneuerbaren Energien im Strommarkt bewerkstelligen. Die größten Verbraucher sitzen bislang im Süden und Westen, erzeugt wird Strom aus Windkraft vor allem im Norden. Die notwendigen Stromtrassen werden zusätzliche Kosten für die Stromkunden verursachen.

Bis auf Weiteres sind regelbare Kraftwerke deshalb entscheidend für eine sichere Stromversorgung in Deutschland. Dazu gehören Gas- und Kohlekraftwerke, deren Stromerzeugung verlässlich verfügbar ist. Aufgabe der Politik ist es, einen planungssicheren Rahmen zu schaffen.

Mehr zum Thema

Artikel lesen
Deutschland braucht mehr private Investitionen.
IW-Nachricht 19. Oktober 2026 Michael Grömling

Investitionsausfälle durch Krisen wachsen auf 420 Milliarden Euro

Öffentliche Investitionen können das Minus der Unternehmen nicht ausgleichen: Seit Anfang 2020 sind die gesamtwirtschaftlichen Investitionsausfälle deutlich gestiegen, wie eine neue Berechnung des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) zeigt.

Michael Grömling IW

Artikel lesen
IW-Nachricht 6. Oktober 2026 Jürgen Matthes

China-Handel: Höchste Zeit, dass die EU sich zu wehren lernt

Deutschland und Frankreich fordern vor der entscheidenden China-Reise von EU-Handelskommissar Šefčovič eine handelspolitische Allzweckwaffe gegen Marktverzerrungen. Der Vorstoß ist richtig.

Jürgen Matthes IW

Inhaltselement mit der ID 8880