1. Home
  2. Presse
  3. IW-Nachrichten
  4. Corona-Krise: Deutschland braucht eine stärkere Gründungskultur
Zeige Bild in Lightbox
Hoffnungsträger zur Mobilitätswende: Verkehrsminister Andreas Scheuer zu Besuch bei eRockit. Das Start-up stellt Elektro-Motorräder her. (© Foto: Gettyimages)
Teilen Sie diesen Artikel:

oder kopieren Sie den folgenden Link:

Der Link wurde zu Ihrer Zwischenablage hinzugefügt!

Klaus-Heiner Röhl IW-Nachricht 12. Februar 2021

Corona-Krise: Deutschland braucht eine stärkere Gründungskultur

2020 wurden 116.700 neue Unternehmen gegründet, Kleinstbetriebe herausgerechnet. Damit ging die Zahl der Gründungen im Vergleich zum Vorjahr nur um 4,5 Prozent zurück. Angesichts der Schwere der Corona-Krise ist dies beinahe ein Lichtblick, zumal die Gründungszahl seit Jahren sinkt. Um den Strukturwandel nach der Pandemie voranzutreiben, braucht es jedoch eine Trendwende.

Teilen Sie diesen Artikel:

oder kopieren Sie den folgenden Link:

Der Link wurde zu Ihrer Zwischenablage hinzugefügt!

Während die Zahl der größeren Gründungen – definiert vom Statistischen Bundesamt als Kapitalgesellschaften und Gründungen, die bei Geschäftsaufnahme schon Mitarbeiter beschäftigen – 2019 stagnierte, ging sie 2018 um über zwei Prozent zurück. Auch in den Vorjahren sank die Gründungsneigung sowohl bei den größeren Unternehmen als auch bei den Kleinstbetrieben, der moderate Rückgang 2020 war also kein Corona-bedingter Ausreißer. Angesichts des kräftigen Rückgangs der Insolvenzen um etwa 13 Prozent hätte das Einfrieren des Geschäftslebens im Lockdown durchaus eine stärkere Gründungsabstinenz auslösen können.

Strukturwandel erfordert neue Ideen

Wenn der Lockdown endet und ein Großteil der Deutschen geimpft sind, sollte das Geschäftsleben wieder in Gang kommen. Dann erfordert der Strukturwandel deutlich mehr Unternehmensgründungen, vor allem im Digitalbereich – schließlich werden nicht alle Geschäfte mit Publikumsverkehr zu alter Stärke zurückfinden. Zudem erfordern Klimawandel und Demografie neue Ideen. Um innovativen Start-ups unter die Arme zu greifen, hat die Bundesregierung deshalb einen so genannten Zukunftsfonds beschlossen, der in zehn Jahren zehn Milliarden Euro zusätzlich in innovative Start-ups investieren soll. Hierbei kommen zehn Einzelinstrumente zum Einsatz: Der so genannte High-Tech-Gründerfonds soll beispielsweise aufgestockt werden, ein Dachfonds soll private Investoren durch Risikoübernahme in Start-up-Finanzierungen locken.

Gründen ist in Deutschland zu schwierig

Neben diesem sinnvollen Ansatz zur besseren Finanzierung innovativer Start-ups stellt sich aber weiterhin die Frage, wie der lahmen deutschen Gründerkultur Beine gemacht werden kann. Ein Abbau der Gründungsbürokratie ist notwendig. So ist es beispielsweise auch ein Jahr nach Beginn der Corona-Pandemie immer noch nicht möglich, online ein Unternehmen zu gründen. Für seine Steuererklärung braucht der Neu-Unternehmer hierzulande nach wie vor Hilfe vom Steuerberater. Hier muss Deutschland besser werden.

Teilen Sie diesen Artikel:

oder kopieren Sie den folgenden Link:

Der Link wurde zu Ihrer Zwischenablage hinzugefügt!

Mehr zum Thema

Artikel lesen
Baden-Württemberg und Berlin auf Augenhöhe mit Massachusetts und Kalifornien
Axel Plünnecke Pressemitteilung 14. November 2022

Neuer transatlantischer Innovationsindex: Baden-Württemberg und Berlin auf Augenhöhe mit Massachusetts und Kalifornien

Deutschland ist im Wettbewerb um die besten Ideen gut aufgestellt. Das zeigt eine neue Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) mit Partnern aus den USA, Italien und Kanada. Baden-Württemberg und Berlin gehören demnach zu den fünf innovativsten ...

IW

Artikel lesen
Viktor Lázár / Ian Clay / Stephen Ezell / Shelby Lauter / Axel Plünnecke / Stefano da Empoli / Lorenzo Principali / Michele Masulli / Aaron Wudrick Gutachten 14. November 2022

The Transatlantic Subnational Innovation Competitiveness Index

Innovation ecosystems are increasingly complex and diverse, but there are common markers of core strength. In this report, the Information Technology and Innovation Foundation, the German Economic Institute, the Institute for Competitiveness, and the ...

IW

Mehr zum Thema

Inhaltselement mit der ID 8880