1. Home
  2. Presse
  3. IW-Nachrichten
  4. Mit Augenmaß anpassen
Zeige Bild in Lightbox Mit Augenmaß anpassen
(© Foto: contrastwerkstatt - Fotolia)
Teilen Sie diesen Artikel:

oder kopieren Sie den folgenden Link:

Der Link wurde zu Ihrer Zwischenablage hinzugefügt!

Mindestlohn IW-Nachricht 28. Juni 2016

Mit Augenmaß anpassen

Die Mindestlohnkommission schlägt vor, die Lohnuntergrenze ab 2017 auf 8,84 Euro je Stunde anzuheben. Sie hält sich damit an die Regeln des Mindestlohngesetzes. Kritiker fordern dagegen 10 Euro und mehr. Das wäre unverantwortlich, denn noch immer weiß niemand, wie sich der Mindestlohn bei schwächelnder Konjunktur auf den Arbeitsmarkt auswirken wird.

Teilen Sie diesen Artikel:

oder kopieren Sie den folgenden Link:

Der Link wurde zu Ihrer Zwischenablage hinzugefügt!

Ein Faktencheck des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW) hat gezeigt: Der Mindestlohn hat viele Minijobs gekostet, im Gegenzug sind aber sozialversicherungspflichtige Stellen entstanden. Einige Dienstleistungen wie Taxifahrten oder Haarschnitte wurden teurer – vor allem im Osten. Außerdem stiegen die Löhne von an- und ungelernten Arbeitnehmern überdurchschnittlich.

Trotzdem ging die Zahl der sogenannten Aufstocker – also jener, deren Einkommen der Staat durch Transfers aufbessert – kaum zurück. Der Mindestlohn war demnach kein effizientes Anti-Armutsinstrument. Doch das kann er auch nicht sein: Er honoriert die Arbeitsleistung eines einzelnen Arbeitnehmers, berücksichtigt dabei aber nicht, wie viele Personen dieser Arbeitnehmer versorgen muss. Deshalb taugt der Mindestlohn nicht als Ersatz für gezielte staatliche Unterstützungsleistungen.

Entsprechend ist es sinnvoll, dass der Mindestlohn erst im Nachhinein an die Tariflohnentwicklung angepasst werden soll. Denn schon diese moderate Anpassung birgt Risiken: Zwar ist der Arbeitsmarkt nach wie vor robust. Die ökonomischen Anpassungsprozesse des Mindestlohns laufen aber noch und dabei ist völlig offen, ob die starke Verteuerung einfacher Arbeit nicht doch noch Jobs kosten wird. Der Mindestlohn ist daher mit Augenmaß anzupassen – nicht nur heute, sondern auch in Zukunft.

Teilen Sie diesen Artikel:

oder kopieren Sie den folgenden Link:

Der Link wurde zu Ihrer Zwischenablage hinzugefügt!

Mehr zum Thema

Artikel lesen
Produktionsstörungen, Preiseffekte und Pandemie-Politik
IW-Forschungsgruppe Gesamtwirtschaftliche Analysen und Konjunktur IW-Trends Nr. 4 29. November 2021

IW-Konjunkturprognose Winter 2021: Produktionsstörungen, Preiseffekte und Pandemie-Politik

Die konjunkturelle Erholung in Deutschland hat im Jahresverlauf 2021 wieder spürbar an Schwung eingebüßt. Nach den Belastungen zum Jahresanfang durch den Lockdown im Gefolge der zweiten und dritten Infektionswelle der Corona-Pandemie machen den Industrie- und ...

IW

Artikel lesen
Michael Grömling in den VDI-Nachrichten Gastbeitrag 19. November 2021

Konjunkturampel: Produktionsprobleme dominieren

Die aktuellen Daten täuschen über die wahren Konjunkturrisiken hinweg, schreibt IW-Konjunkturexperte Michael Grömling in einem Gastbeitrag für die VDI-Nachrichten.

IW

Mehr zum Thema

Inhaltselement mit der ID 8880