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Zeige Bild in Lightbox Ausländische Fachkraft hilft älterer Dame
Ausländische Fachkräfte sind wichtig, um die Lücke in der Pflege zu füllen. (© Gettyimages/NurPhoto)
IW-Nachricht 5. September 2025 Gesina Leininger / Daniel Wörndl / Katarina Culina

Ausländische Fachkräfte füllen Lücke in der Pflege

Noch nie zuvor wurden so viele ausländische Berufsabschlüsse anerkannt wie im vergangenen Jahr, wie neue Destatis-Zahlen zeigen. Besonders in Pflegeberufen stieg die Zahl der Anerkennungen 2024 deutlich – um nochmals 19 Prozent. Gründe dafür sind immer besser arbeitende Anerkennungsstellen und zugänglichere Informationsangebote.

2024 ist die Zahl der Anerkennungen auf ein Rekordhoch gestiegen: Fast 79.100 Menschen ließen ihren Abschluss erfolgreich anerkennen. Das entspricht einem Plus von 21 Prozent gegenüber 2023 und einer Verdreifachung seit 2016. Den größten Anstieg gab es bei den Pflegefachkräften: Hier stieg die Zahl der Anerkennungen 2024 nochmals um 19 Prozent.

Pflegeberufe profitieren von ausländischen Fachkräften

Der Pflegebereich in Deutschland steht vor einer massiven Fachkräftelücke: Insgesamt arbeiten rund 931.800 Fachkräfte in den Pflegeberufen, 12,5 Prozent davon sind ausländische Fachkräfte. Besonders in Kranken- und Altenpflegeberufen mit dreijähriger Ausbildung sind derzeit 28.650 Stellen unbesetzt. Hinzu kommt: Fast jede vierte Pflegekraft ist bereits 55 Jahre oder älter, der demografische Wandel verschärft die Lücke zusätzlich.

Fachkräftesicherung erfordert schnelle Anerkennungsverfahren 

„Dass immer mehr ausländische Berufsabschlüsse anerkannt werden, ist erfreulich“, sagt IW-Experte Daniel Wörndl. Auch Unternehmen wissen um den Wert der Anerkennung und setzen sich maßgeblich aus Gründen der Wertschätzung und langfristigen Mitarbeiterbindung dafür ein. Neben der internationalen Fachkräftegewinnung sind jedoch effizientere Anerkennungsverfahren und digitale Strukturen mit möglichem KI-Einsatz entscheidend, um die Prozesse weiter zu beschleunigen. Mit dem Koalitionsvertrag rückt eine einheitliche Acht-Wochen-Frist für Anerkennungsverfahren stärker in den Fokus. Für Unternehmen wäre das ein wichtiges Signal. „Denn gerade in Zeiten des Fachkräftemangels zählt Planungssicherheit – offene Stellen müssen schnell besetzt werden“, so Wörndl. 

Über das BQ-Portal: Die Wissens- und Arbeitsplattform bietet Anerkennungsstellen und Unternehmen eine Informationsgrundlage zur Einschätzung und Bewertung von ausländischen Berufsabschlüssen. Das vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie geschaffene und vom IW betriebene BQ-Portal gibt inzwischen Auskunft über Berufsbildungssysteme in 107 Ländern und über 6.300 ausländische Berufsprofile.

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