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(© Foto: Mlenny/iStock)
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Ölpreis IW-Nachricht 29. September 2016

Ende der Konjunkturspritze

Die Zeiten billigen Öls sind fürs Erste vorbei: Nach jahrelangen Verhandlungen haben sich die OPEC-Staaten jetzt darauf geeinigt, ihre Produktion zu deckeln. Der Ölpreis stieg sofort sprunghaft an und dürfte in den kommenden Monaten weiter zulegen. Die deutsche Wirtschaft wird die Bremseffekte schnell zu spüren bekommen.

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Anfang des Jahres war ein Barrel Öl zeitweise weniger als 30 Dollar wert. 2014 lag der Preis noch bei rund 110 Dollar für ein Fass der Sorte Brent. Unter den sinkenden Preisen litten vor allem die Erzeugerstaaten. Ölimporteure wie Deutschland profitierten jedoch vom günstigen Öl: Importe wurden billiger, Unternehmen konnten mehr Geld investieren, Konsumenten das an den Tankstellen gesparte Geld anderweitig ausgeben. All das half der Konjunktur.

Nun ist die Zeit des günstigen Öls vorbei. Nachdem sich die OPEC-Staaten geeinigt haben, zog der Ölpreis an den Terminmärkten innerhalb eines Tages um mehr als 6 Prozent an. In den kommenden Monaten wird er weiter klettern. Die deutsche Wirtschaft wird das schmerzhaft zu spüren bekommen. So zeigen Simulationen mit dem Oxford Global Economic Model, dass ein Anstieg des Ölpreises um 50 Prozent – auf dann etwa 68 US-Dollar pro Barrel – das reale Wirtschaftswachstum in Deutschland im kommenden Jahr um etwa 0,3 Prozentpunkte bremsen dürfte. Würde sich der Ölpreis verdoppeln, könnte das Wachstum um rund 0,5 Prozentpunkte schrumpfen – das ist mehr als ein Drittel des zu erwartenden Wirtschaftswachstums für das kommende Jahr.

Vor allem vom privaten Konsum, der bislang die Konjunktur stützt, dürften erhebliche Bremseffekte kommen. Unter anderem ließen steigende Spritpreise den Verbrauchern weniger Spielraum für andere Anschaffungen. Bei einer Verdopplung des Ölpreises dürften die Ausgaben der privaten Haushalte um mehr als ein Prozent sinken – keine guten Nachrichten für die deutsche Wirtschaft.

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