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Die deutschen Exporte wachsen in diesem Jahr merklich langsamer als noch 2017. (© Foto: GettyImages)
IW-Nachricht 18. September 2018 Galina Kolev

Handelskonflikt: Der Welthandel wackelt

Die USA haben ihren protektionistischen Kurs gegenüber China noch einmal verschärft. Für den stagnierenden Welthandel ist das ein weiterer Rückschlag. Langfristig richtet diese Politik großen Schaden an und auch kurzfristig zeigen sich kaum positive Impulse für die deutsche Wirtschaft.

Der Handelskonflikt zwischen den USA und China erreicht neue Dimensionen. Chinesische Waren im Wert von 200 Milliarden Dollar sollen mit einem Extrazoll von 10 Prozent belegt werden, ab kommendem Jahr sogar 25 Prozent. Mit diesem Schritt wollen die USA ihr Handelsdefizit gegenüber China senken. Womöglich wird diese Maßnahme tatsächlich zu einem Rückgang der US-amerikanischen Importe aus China führen. Doch das kommt die Amerikaner teuer zu stehen. Die US-Verbraucher werden einen Preisaufschlag auf chinesische Waren zahlen oder auf teurere Produkte umsteigen müssen. Aber auch die Bezieher von chinesischen Zwischenprodukten für die eigene Herstellung werden einen Wettbewerbsverlust auf dem US- und dem Weltmarkt erleiden.

Für die deutsche Wirtschaft bleibt diese Eskalation nicht ohne Folgen. Der Welthandel stagniert seit Anfang des Jahres, die wirtschaftspolitische Unsicherheit ist Gift für Investitionen weltweit. Selbst die kurzfristigen positiven Impulse aufgrund der Umlenkung von Handelsströmen sind kaum der Rede wert. So stiegen zwar die deutschen Exporte von Stahlrohren in die USA zwischen Januar und Juli um 14,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Doch dieser Anstieg kommt hauptsächlich aus der Zeit vor dem eigentlichen Beginn des Handelskonflikts. Insgesamt exportierten die deutschen Unternehmen in den ersten sieben Monaten dieses Jahres nur 2,1 Prozent mehr in die USA als im Vorjahr – und damit deutlich unterdurchschnittlich. Die deutschen Exporte lagen im Zeitraum Januar bis Juli insgesamt um 4,5 Prozent höher als im Vorjahr. Vor einem Jahr war der Anstieg im gleichen Zeitraum mit 6,4 Prozent noch wesentlich höher.

Auch der Handel mit China wird deutlich gebremst – deutsche Unternehmen exportierten in diesem Jahr bislang zwar rund 10 Prozent mehr als im Vorjahr ins Reich der Mitte. Doch auch das ist weniger als 2017 – da waren es 13,3 Prozent – und weit unter dem langfristigen Durchschnitt.

Der Handelskonflikt erreicht somit bereits gefährliche Dimensionen, die das globale Handelssystem in Frage stellen. Eine diplomatische Lösung ist dringend notwendig – bilateral oder durch eine Reform der Welthandelsorganisation, die unfaire Handelspraktiken wie Subventionen und Wettbewerbsverzerrungen durch Staatsunternehmen besser angeht.

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