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IW-Nachricht 1. Oktober 2020 Christoph Schröder

Kaufkraft in Ost und West: Welche Produkte für Ostdeutsche günstiger geworden sind

30 Jahre nach der Wiedervereinigung haben sich die Preise in Ost und West weitgehend angeglichen. Für Ostdeutsche sind die meisten Produkte in Relation zu ihrem Einkommen günstiger geworden – ihre Kaufkraft ist also gestiegen.

Wer im Internet einen neuen Kühlschrank oder eine Waschmaschine kauft, zahlt sowohl im Westen als auch im Osten denselben Preis. Auch die großen Lebensmitteldiscounter differenzieren ihre Preise nicht regional. Zwar gibt es immer noch Preisunterschiede zwischen West und Ost, beispielsweise bei den Mieten. Doch bei bundesweit erhältlichen Produkten haben sich die Preise 30 Jahre nach der Wiedervereinigung angeglichen.

Konsumartikel verschlangen größeren Teil des Einkommens

Das ist für die Ostdeutschen vorteilhaft. Vor der Wiedervereinigung führte die Planwirtschaft der DDR dazu, dass es manche Konsumartikel gar nicht oder nur sehr begrenzt zu kaufen gab. Zugleich waren die Einkommen deutlich niedriger als im Westen: Das durchschnittliche Haushaltseinkommen einer vierköpfigen Arbeitnehmerfamilie betrug 1989 in Ostmark nur 58 Prozent von dem, was eine westdeutsche Familie in D-Mark zur Verfügung hatte.

Ein Pfund Exportkaffee kostete in der DDR 35 Mark – fast siebenmal mehr als im Westen. In Relation zum Einkommen bedeutete das, dass die Ostdeutschen sich im Vergleich zu den Westdeutschen nur 15 Prozent des Kaffees leisten konnten. Auch technische Geräte waren teurer. Die Ostdeutschen mussten im Vergleich einen viermal größeren Teil ihres Einkommens für eine Waschmaschine ausgeben.

Ostdeutsche Einkommen immer noch zehn Prozent niedriger

Das geringere Osteinkommen schlug allerdings nicht vollständig auf die Kaufkraft durch. Grundnahrungsmittel waren in der DDR beispielsweise deutlich günstiger. Auch die Mieten waren unschlagbar – für denselben Teil des Einkommens konnten sich Ostdeutsche eine siebenmal größere Wohnung leisten als die Westdeutschen.

Inzwischen ist das Osteinkommen zwar deutlich gestiegen, liegt aber im Durchschnitt immer noch zehn Prozent unter dem Westniveau. Für jene Produkte, die in Ost und West gleich viel kosten, liegt daher auch die Kaufkraft der Ostdeutschen nur bei 90 Prozent des Westniveaus.

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