Im europäischen Vergleich müssen die Deutschen für ihren Strom mittlerweile am tiefsten in die Tasche greifen. Die Ankündigung von Wirtschafsminister Peter Altmaier, die EEG-Umlage abzuschaffen, kam für die meisten daher gerade recht. Beim Handelsblatt-Energiegipfel vor wenigen Tagen steckte sich der Minister ein konkretes Ziel: In den kommenden fünf Jahren soll die Umlage schrittweise abgesenkt werden und letztendlich Geschichte sein. Die Deckelung der Umlage 2021 und 2022 auf 6,5 bzw. sechs Cent pro Kilowattstunde wurde bereits über das Konjunkturpaket beschlossen. Ein schrittweiser Rückgang in den kommenden fünf Jahren, wie von Altmaier ins Spiel gebracht, könnte über einen jährlichen Rückgang um weitere 1,5 Cent ab 2023 auf null Cent im Jahr 2026 umgesetzt werden. So zumindest lässt sich der Vorschlag des Ministers deuten. 

Haushalte werden entlastet, der Bund springt ein

Mit der EEG-Umlage wird der Ausbau erneuerbarer Energien finanziell gefördert. 20 Jahre lang bekommen Erzeuger diesen vertraglich festgelegten Zuschuss – wird die Umlage abgeschafft, muss das Geld vom Bund kommen. Bis 2026 würden die Kosten für den Bundeshaushalt stetig auf bis zu 28 Milliarden im Jahr ansteigen. Eine vierköpfige Familie würde dagegen im selben Jahr bis zu 413 Euro weniger auf der Stromrechnung stehen haben – bei einem Singlehaushalt sind es rund 124 Euro, wie IW-Berechnungen zeigen. Wer künftig mit einem Elektroauto fährt und seine vier Wände mit einer Wärmepumpe heizt, kann die Ersparnisse sogar verdoppeln. Der in diesem Jahr eingeführte CO2-Preis, der die Absenkung der EEG-Umlage teilweise finanzieren soll, belastet die Haushalte hingegen – fördert damit aber auch den Umstieg auf klimafreundliche Alternativen. 

Klimaschutz lohnt sich immer mehr

Anhand der Berechnungen wird deutlich, dass ein geringerer Strompreis die Energiewende positiv beeinflusst. Ökostrom als klimafreundlicher Energieträger muss in möglichst vielen Prozessen die konventionellen Energieträger verdrängen, um die Emissionen nachhaltig zu senken. Hohe Strompreise hingegen machen den Betrieb von beispielsweise Elektroautos und Wärmepumpen unattraktiv. Bundeswirtschaftsminister Altmaier würde mit diesem neuen Ziel einen großen Schritt in die richtige Richtung gehen.