Mit einem Industriestrompreis will die Bundesregierung Unternehmen von hohen Stromkosten entlasten. Wie genau er aussehen soll, ist noch unklar. Neue Berechnungen des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) zeigen, wie viel Unternehmen sparen könnten.
Industriestrompreis: Unternehmen sparen vier Milliarden Euro bis 2027
In kaum einem Land zahlen Unternehmen so viel für Strom wie in Deutschland – ein echter Standortnachteil. Der Industriestrompreis soll dafür sorgen, dass die energieintensiven Unternehmen in Deutschland entlastet werden. Nach einer kurzen Zitterpartie hat die EU Ende Juni grünes Licht gegeben: Der Industriestrompreis darf – orientiert am Börsenstrompreis – auf bis zu 5 Cent pro Kilowattstunde gesenkt werden, maximal die Hälfte des Jahresverbrauchs eines Unternehmens betreffen und über drei Jahre laufen. Laut Medienberichten geht das BMWE aktuell davon aus, dass die Maßnahme rund vier Milliarden Euro über drei Jahre kosten wird. Für die Unternehmen heißt das umgekehrt: Sie sparen bis 2027 Stromkosten in gleicher Höhe.
2025 wäre die Entlastung am höchsten
Auch IW-Berechnungen kommen auf eine Entlastung von vier Milliarden Euro über drei Jahre. Grundlage sind die aktuellen Future-Preise auf der Strombörse, die von leicht sinkenden Preisen in den kommenden Jahren ausgehen, und die Weiterführung der Strompreiskompensation in aktueller Form. Daher würden die Unternehmen im laufenden Jahr am meisten Geld sparen: 1,5 Milliarden Euro weniger würden die Betriebe für ihre Stromversorgung zahlen, 2026 wären es 1,4 Milliarden Euro Ersparnis. 2027 sinkt der Betrag letztendlich auf 1,1 Milliarden Euro ab.
Keine echte Planungssicherheit
Damit ist der Industriestrompreis eine wirksame, kurzfristige Entlastung für die Unternehmen. Und auch die Kosten für den Staat sind überschaubar. „Eine langfristige Perspektive auf wettbewerbsfähige Strompreise ist die Maßnahme aber nicht, drei Jahre sind in der strategischen Planung von Unternehmen unbedeutend“, sagt IW-Ökonom Andreas Fischer. „Wichtig ist es, die deutsche Stromversorgung insgesamt effizienter zu gestalten, um die Kosten nachhaltig zu senken.“

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