Diversifizierung, um Abhängigkeiten zu reduzieren, und die Suche nach neuen Handelspartnern müssen Priorität haben, schreibt IW-Außenhandelsexpertin Samina Sultan in einem Gastbeitrag 3auf1 für den Tagesspiegel.
Demütigung für die EU: Wie muss die deutsche Wirtschaft auf den Deal mit Trump reagieren?
Die deutsche Wirtschaft wird unter der Einigung mit den USA leiden. Bereits in den ersten fünf Monaten 2025 ging der deutsche US-Export leicht zurück. Dieser Trend dürfte sich fortsetzen. Somit ist der Deal nur angesichts der real- und sicherheitspolitischen Machtverhältnisse hinnehmbar – ein Erfolg sieht anders aus. Bis alle Details des Deals rechtlich verbindlich geregelt sind, bleiben längerfristige unternehmerische Entscheidungen schwierig. Die Reaktion hängt zudem stark von der jeweiligen Branche ab, wegen Unterschieden bei der US-Abhängigkeit und teils auch den Zollsätzen. Auf Unternehmensebene stellt sich die Frage, inwieweit die Zollkosten auf die US-Käufer abgewälzt werden können. Studien zu Trumps erster Amtszeit machen Hoffnung, dass dies gelingen kann, und die von ihm gefeierten höheren US-Zolleinnahmen vor allem aus den Taschen der US-Wirtschaft stammen dürften. Die Diversifizierung voranzutreiben, um Abhängigkeiten zu reduzieren, wird nun noch wichtiger. Die Suche nach neuen Handelspartnern muss somit Priorität für die deutsche Wirtschaft haben. Zudem muss mehr für die Steigerung eigener Produktivität und Wettbewerbsfähigkeit getan werden.
Die Transaktionskosten der Geopolitik bleiben hoch
IW-Direktor Michael Hüther analysiert im SZ Dossier Geoökonomie, wie Trumps Zollpolitik, Chinas Machtstreben und Russlands imperialer Anspruch die Weltordnung verändern. Europa müsse seine Verteidigungsfähigkeit stärken und sich auf hohe Transaktionskosten einstellen.
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Rekord-Handelsbilanzdefizit mit China – Kernbranchen betroffen
Im Jahr 2026 dürfte das deutsche Handelsbilanzdefizit mit China über 100 Milliarden Euro betragen. Seit 2019 wäre das ein Anstieg von rund 90 Milliarden Euro.
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