Nachdem der Industriemetallpreis-Index acht Monate in Folge gestiegen ist, gab es im April einen leichten Rücksetzer. Ursache waren aber nicht konsolidierende Notierungen, sondern die Aufwertung des Euro gegenüber dem Dollar.
IMP-Index: Euro-Aufwertung bremst Anstieg der Metallpreise
Nach starken Anstiegen in den letzten Monaten ist das Preisniveau der wichtigsten Importmetalle im April leicht zurückgegangen. Treiber dieser Entwicklung waren die sinkenden Kurse der Edelmetalle sowie die Aufwertung des Euro gegenüber dem Dollar.
Nach acht Monaten der Aufwärtsentwicklung ist der Industriemetallpreisindex (IMP-Index) des Instituts der deutschen Wirtschaft im letzten Monat zum ersten Mal leicht zurückgegangen. Der Index, der die Preisentwicklungen der wichtigsten Importmetalle auf Euro-Basis zusammenfasst, sank im April um 0,9 Prozent oder 7,9 Punkte und liegt nun bei 826,2 Punkten. Gemessen an dem Preisschub von insgesamt 37,1 Prozent seit Juli letzten Jahres kann von einer Entlastung aber noch keine Rede sein. Der aktuelle Wert ist der vierthöchste je gemessene Wert. Die drei Spitzenreiter lagen alle im ersten Quartal dieses Jahres. Das Preisniveau und damit verbunden die Kostenbelastungen der weiterverarbeitenden Unternehmen bleiben also weiterhin historisch hoch.
Während die Edelmetalle Preisabschläge verzeichneten, ging es für die anderen Metalle weiter nach oben. Gold notierte in Euro gerechnet 4,0 Prozent unter dem Vormonat, Silber entwickelte sich mit einem Minus von 3,8 Prozent ganz ähnlich. Deutlich teurer wurden Aluminium (5,4 Prozent), Zink (4,4 Prozent) und Nickel (3,9 Prozent), die alle auf einem neuen 12-Monats-Hoch liegen. Etwas schwächer verteuerten sich Kupfer (2,1 Prozent), Zinn (1,8 Prozent) und Blei (1,5 Prozent). Eisenerz blieb mit einem Plus von 0,2 Prozent auf Euro-Basis praktisch konstant. Unter dem Strich bleibt damit ein kleines Minus, das aber ausschließlich bei den Edelmetallen relevant ist.
Ohne die Aufwertung des Euro gegenüber dem Dollar wäre auch der Gesamtindex im April gestiegen. Statt einer Entlastung von 0,9 Prozent wäre der Index um 0,3 Prozent gestiegen und hätte damit einen neuen Rekordwert erreicht. Ein längerfristiger Trend lässt sich in der aktuell sehr volatilen geopolitischen Lage daraus aber nicht ableiten.
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