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IW-Report Nr. 31 1. Juli 2026 Wido Geis-Thöne Nutzung der Elternzeit durch Mütter und Väter

Während in den letzten Jahren viel über das Elterngeld diskutiert wurde, fristet die Elternzeit in der öffentlichen Wahrnehmung ein Schattendasein. Dies geht teilweise darauf zurück, dass über ihre Inanspruchnahme sehr wenig bekannt ist.

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Ergebnisse einer Auswertung des Mikrozensus 2022
IW-Report Nr. 31 1. Juli 2026 Wido Geis-Thöne

Nutzung der Elternzeit durch Mütter und Väter

Wido Geis-Thöne Institut der deutschen Wirtschaft (IW) Institut der deutschen Wirtschaft (IW)

Während in den letzten Jahren viel über das Elterngeld diskutiert wurde, fristet die Elternzeit in der öffentlichen Wahrnehmung ein Schattendasein. Dies geht teilweise darauf zurück, dass über ihre Inanspruchnahme sehr wenig bekannt ist.

Daher wurden die Mikrodaten des Mikrozensus 2022 zu diesem Thema ausgewertet. Dazu ist anzumerken, dass man für eine Auswertung zur Elternzeit ohne Beschäftigung unterschiedliche Angaben im Mikrozensus nutzen kann, womit man zu sehr ähnlichen, aber nicht deckungsgleichen Ergebnissen kommt. Hingegen erscheint für die ebenfalls mögliche Elternzeit mit gleichzeitiger Teilzeittätigkeit nur ein Auswertungsweg sinnvoll. Wählt man diesen, kommt man zu dem Ergebnis, dass im Jahr 2022 im ersten Lebensjahr des Kindes im Schnitt 58,0 Prozent der Mütter in Elternzeit ohne Beschäftigung und 5,2 Prozent in Elternzeit mit Teilzeitbeschäftigung waren. 11,6 Prozent waren regulär in abhängiger Beschäftigung tätig, 1,8 Prozent selbstständig und 23,4 Prozent (außerhalb der Elternzeit) nicht erwerbstätig. Im zweiten Lebensjahr waren 25,5 Prozent der Mütter in Elternzeit ohne Beschäftigung und 7,4 Prozent in Elternzeit mit Teilzeitbeschäftigung. Im dritten Lebensjahr waren es 9,4 Prozent und 4,0 Prozent.

Bei den Vätern lagen die Anteile der Elternzeit ohne Beschäftigung bei 5,3 Prozent und der Elternzeit mit Teilzeitbeschäftigung bei 3,2 Prozent im ersten Lebensjahr des Kindes. Im zweiten Lebensjahr waren es 2,0 Prozent und 2,1 Prozent. Danach befanden sich nur noch sehr wenige Männer in Elternzeit. Allerdings ist zu beachten, dass die Dauer der Elternzeit bei den Männern zumeist weit unter einem Jahr liegt. Geht man von der durchschnittlichen Bezugsdauer des Elterngeldes aus, die bei den Männern mit der Elternzeit meist deckungsgleich sein dürfte, dürfte der Gesamtanteil der Männer, die nach der Geburt der Kinder jemals eine Elternzeit nutzen, in der Größenordnung der Väterbeteiligung am Elterngeld von 46,3 Prozent im Jahr 2022 liegen. Bei den Frauen wäre ein derartiges Vorgehen nicht zielführend, da die Elternzeit die maximale Bezugsdauer des Elterngeldes in vielen Fällen wesentlich überschreiten dürfte. Auch ist darauf hinzuweisen, dass es Eltern gibt, die zwar Elterngeld beziehen, aber keine Elternzeit in Anspruch nehmen können, etwa da sie selbstständig sind.

Differenziert man nach dem Bildungsstand der Eltern, zeigen sich deutliche Unterschiede. So nutzen Männer mit Hochschulabschluss mit 7,7 Prozent ohne Beschäftigung und 4,0 Prozent mit Teilzeitbeschäftigung im ersten Lebensjahr des Kindes sowie mit 2,4 Prozent ohne Beschäftigung und 3,7 Prozent mit Teilzeitbeschäftigung im zweiten Lebensjahr des Kindes die Elternzeit im Jahr 2022 weit häufiger als niedriger qualifizierte Väter. Hingegen befanden sich Akademikerinnen im zweiten und dritten Lebensjahr des Kindes deutlich seltener in Elternzeit als die beruflich qualifizierten Frauen. Insgesamt lässt sich feststellen, dass die Inanspruchnahme der Elternzeit von den Lebenslagen der Familien nicht unabhängig ist und weiterführende Forschung in diesem Bereich wichtig wäre, um den institutionellen Rahmen der Elternzeit möglichst zielgerichtet weiterzuentwickeln.

DOI: 10.67087/12.21305

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Ergebnisse einer Auswertung des Mikrozensus 2022
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