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Gutachten 8. September 2026 Wido Geis-Thöne Ermittlung und Analyse des Verbleibs internationaler Studierender

Die Berechnungen von Geis-Thöne et al. (2025) zu den volkswirtschaftlichen Effekten internationaler Studierender im Auftrag des DAAD zeigen, wie sehr sich die Ausbildung internationaler Studierender für Deutschland rechnet.

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Fundierung von Szenarien zur Berechnung volkswirtschaftlicher Effekte der Zuwanderung über die Hochschulen
Gutachten 8. September 2026 Wido Geis-Thöne

Ermittlung und Analyse des Verbleibs internationaler Studierender

Gutachten im Auftrag des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD)

Wido Geis-Thöne Institut der deutschen Wirtschaft (IW) Institut der deutschen Wirtschaft (IW)

Die Berechnungen von Geis-Thöne et al. (2025) zu den volkswirtschaftlichen Effekten internationaler Studierender im Auftrag des DAAD zeigen, wie sehr sich die Ausbildung internationaler Studierender für Deutschland rechnet.

Der entscheidende Punkt ist dabei: Je länger die einst internationalen Studierenden als akademische Fachkräfte auf dem deutschen Arbeitsmarkt aktiv sind, desto höher ist der wirtschaftliche Beitrag dieser Gruppe. Für die Berechnung dieses wirtschaftlichen Beitrags haben die Autoren in der vom DAAD beauftragten IW-Studie “Volkswirtschaftliche Effekte der Zuwanderung über die Hochschulen” drei unterschiedliche Szenarien des Verbleibs in Deutschland auf einem Spektrum von 30 bis 50 Prozent angesetzt, um unterschiedliche Entwicklungen abzubilden. Die Betrachtung und Diskussion der Ergebnisse zeigen allerdings, dass für die Abschätzung des Ist-Stands die Festlegung auf einen Wert erforderlich ist.

Vor diesem Hintergrund hat das IW in der vorliegenden Studie eine weitergehende Analyse des Verbleibs internationaler Studierender auf Basis des Mikrozensus vorgenommen (im Folgenden „Verbleibanalyse“ genannt). Der Mikrozensus stellt Daten zur Struktur sowie zur wirtschaftlichen und sozialen Lage der Bevölkerung bereit und liefert Informationen unter anderem zu Bildung, Arbeitsmarkt, Migration, Einkommen und Lebensbedingungen. Aus den Ergebnissen der Mikrozensus-Auswertung lässt sich ableiten, dass 59 Prozent der internationalen Studierenden bis zu neun Jahre nach ihrer Einreise in Deutschland verbleiben. Das Ergebnis ist konsistent mit den Studien auf Basis des Ausländerzentralregisters (AZR) der OECD (2022) sowie von Sarah Weißmann und Jan Eberle (2023). Diesen zufolge liegt die Gesamtbleibequote zehn Jahre nach dem Studienbeginn bei 45 bzw. 46 Prozent. Das IW hat diese Auswertungen weiter analysiert und aus diesen Verbleibquoten für die internationalen Studierende abgeleitet, die sich mindestens ein Jahr im Land aufgehalten haben. Bei den während des ersten Jahres ausgereisten Personen dürfte es sich großenteils um Austauschstudierende handeln. Für diese internationalen Studierenden mit mindestens einjähriger Aufenthaltsdauer ergeben sich auf Basis der genannten AZR-Auswertungen Verbleibquoten von 58 bzw. 59 Prozent. Auch wenn die Ergebnisse beider Datengrundlagen ähnlich ausfallen, sind sie aufgrund unterschiedlicher Berechnungsmethoden nicht unmittelbar miteinander vergleichbar, sondern ergänzen sich in ihrer Aussagekraft: Die Daten im AZR basieren auf einer Vollerhebung, erlauben aber nur Aussagen zu Studierenden aus Drittstaaten und keine Identifikation von Austauschstudierenden ohne Abschlussabsicht. Demgegenüber beruht der Mikrozensus auf einer Stichprobe der Haushalte und berücksichtigt Studierendengruppen sowohl aus der Europäischen Union (EU) als auch aus Drittstaaten. Außerdem ermöglicht er zusätzliche Differenzierungen (Gehaltshöhe, Arbeitsfeld etc.) bei der Auswertung und ist insbesondere für die Analyse des langfristigen Verbleibs internationaler Absolventinnen und Absolventen gut geeignet.

Laut Mikrozensus-Auswertung erreichen von den oben erwähnten 59 Prozent internationaler Studierender rund drei Viertel einen Hochschulabschluss. Im Endergebnis stehen also rund 45 Prozent eines internationalen Anfängerjahrgangs mit Abschlussabsicht dem deutschen Arbeitsmarkt nach dem Studienende als akademisch qualifizierte Fachkräfte zur Verfügung. Nicht alle diese Fachkräfte verbleiben bis zum Renteneintritt im Land, im weiteren Verlauf des Erwerbslebens kommt es noch zu Abwanderungen. Die Größenordnung dieser Gruppe war bislang unbekannt, da sie über die Daten des AZR nicht zu identifizieren ist. Eine Analyse auf Grundlage der Mikrozensus-Daten gibt zu dieser Frage weiterführende Einblicke: Rund ein Viertel der über die Hochschule zugewanderten internationalen Fachkräfte mit Abschluss verlässt zu einem späteren Zeitpunkt das Land. Damit ergibt sich ein Gesamtwert von rund 34 Prozent der internationalen Studienanfängerinnen und Studienanfänger, die als akademisch qualifizierte Fachkräfte bis zum Renteneintritt in Deutschland bleiben. Kombiniert man die Berechnungen zum Verbleib auf Basis des Mikrozensus mit weiteren Annahmen von Geis-Thöne et al. (2025), ergibt sich für den Studienjahrgang 2023 mit rund 81.800 internationalen Studienanfängerinnen und Studienanfängern mit Abschlussabsicht ein geschätzter Wertschöpfungsbeitrag von insgesamt etwa 127 Milliarden Euro. Gleichzeitig erzeugt dieser Jahrgang langfristig einen Überschuss für die öffentlichen Haushalte von rund 23,1 Milliarden Euro. Dabei überschreitet die Gesamtsumme ihrer Steuern und Sozialabgaben schon zwei Jahre nach Studienende den Wert der bis dahin erhaltenen staatlichen Leistungen inklusive der weitgehend gebührenfrei zur Verfügung gestellten Studienplätze.

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Fundierung von Szenarien zur Berechnung volkswirtschaftlicher Effekte der Zuwanderung über die Hochschulen
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