Zölle dürften für die meisten Menschen in Deutschland bis zum Jahr 2025 ein eher abstrakter Begriff gewesen sein – mit wenigen Berührungspunkten zum täglichen Leben.
Trumps Zölle: Auswirkungen auf die deutsch-amerikanischen Wirtschaftsbeziehungen
Institut der deutschen Wirtschaft (IW)
Zölle dürften für die meisten Menschen in Deutschland bis zum Jahr 2025 ein eher abstrakter Begriff gewesen sein – mit wenigen Berührungspunkten zum täglichen Leben.
Seit der Wiederwahl von US-Präsident Donald Trump beherrscht der Begriff jedoch die Schlagzeilen. Immer wieder hat Trump betont, dass „tariffs“ für ihn das schönste Wort im Wörterbuch sei. Während in Trumps erster Amtszeit Zölle noch gezielt auf einzelne Sektoren oder spezifisch gegen China gerichtet waren, hat die Zollpolitik in seiner zweiten Amtszeit eine historisch ungekannte Dimension erreicht, da sie sowohl flächendeckende Universalzölle als auch länderspezifische Strafzölle umfasst. Der derzeitige durchschnittliche effektive US-Importzollsatz liegt auf dem Niveau der 1940er-Jahre (Yale Budget Lab 2026).
Die Lage wird dadurch verkompliziert, dass die US-Regierung unterschiedliche, teils konträre Ziele mit ihren Importzöllen verfolgt. So sollen die Zölle dazu beitragen, das Warenhandelsdefizit der USA zu senken. Dieses lag im Jahr 2024 bei rund 1.200 Milliarden US-Dollar (United States Census Bureau 2026). Zudem sollen hohe Zollschranken die industrielle Basis der USA stärken. Dabei geht Trump davon aus, dass ausländische Unternehmen durch seine Zollpolitik einen stärkeren Anreiz erhalten, direkt in den USA zu investieren und dort zu produzieren. Des Weiteren sollen hohe Zolleinnahmen generiert werden, um Steuererleichterungen an anderer Stelle zu finanzieren. So wurden mit Trumps fiskalpolitischem Maßnahmenpaket, dem Big Beautiful Bill, einige bislang befristete Steuervergünstigungen dauerhaft festgeschrieben; andere, etwa für Trinkgelder, wurden neu eingeführt.
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