Die EU sieht sich mit wachsenden geopolitischen Spannungen, wirtschaftlichem Wandel und einer möglichen Erweiterung konfrontiert. Wie kann sie ihre Sicherheit stärken, wettbewerbsfähig bleiben und strategisch wachsen?
Shaping Europe - Szenarien für die Europäische Union im Jahr 2030
Institut der deutschen Wirtschaft (IW)
Die EU sieht sich mit wachsenden geopolitischen Spannungen, wirtschaftlichem Wandel und einer möglichen Erweiterung konfrontiert. Wie kann sie ihre Sicherheit stärken, wettbewerbsfähig bleiben und strategisch wachsen?
Sechs Zukunftsszenarien skizzieren die möglichen Entwicklungen bis 2030. Die Studie gibt strategische Empfehlungen zur Stärkung der Resilienz, zur Förderung von Innovationen und zur Sicherung des politischen Zusammenhalts. Trifft die EU heute zukunftsweisende Entscheidungen, kann sie ihre Rolle als globale Führungsmacht in einer zunehmend unsicheren Welt gestalten.
Die Europäische Union steht an einem Scheideweg, konfrontiert mit geopolitischer Unsicherheit, wirtschaftlichen Veränderungen und der Herausforderung einer strategischen Erweiterung. Diese Studie untersucht sechs Zukunftsszenarien für die EU im Jahr 2030 und beleuchtet dabei die politischen Schlüsselbereiche Sicherheit, ökonomische Wettbewerbsfähigkeit und Erweiterung. Auf der Grundlage eines strukturierten Szenarioansatzes werden mögliche Entwicklungen analysiert und strategische Empfehlungen zur Stärkung der Resilienz, zur Innovationsförderung und zur Sicherung des politischen Zusammenhalts gegeben:
- Die europäische Sicherheit ist durch geopolitische Instabilität, hybride Bedrohungen und kritische Abhängigkeiten unter Druck geraten. Der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine hat die Dringlichkeit einer verstärkten Verteidigungszusammenarbeit innerhalb der EU und einer Stärkung der transatlantischen Partnerschaften deutlich gemacht. Um die Sicherheit zu verbessern, muss die EU in Verteidigungskapazitäten, Cybersicherheit und Energieresilienz investieren. Gleichzeitig sollte sie einen koordinierten Ansatz zum Umgang mit Krisen entwickeln.
- Im wirtschaftlichen Bereich muss die EU ein Gleichgewicht zwischen den Klimazielen, den demografischen Herausforderungen und dem wachsenden globalen Wettbewerb finden. Innovation und digitale Transformation werden der Schlüssel zur Erhaltung der Wettbewerbsfähigkeit sein. Strategische Investitionen in Künstliche Intelligenz (KI), kritische Infrastruktur und nachhaltige Industrien können der EU helfen, ihre wirtschaftliche Zukunft zu sichern. Gleichzeitig werden die Stärkung von Handelspartnerschaften und kluge Maßnahmen zum demografischen Wandel für die langfristige Stabilität entscheidend sein.
- Die Erweiterung bleibt eine entscheidende Herausforderung für die Zukunft der EU. Während die Integration neuer Mitgliedstaaten Chancen für politische und wirtschaftliche Stabilität bietet, wirft sie auch Fragen hinsichtlich der Regierungsführung, des institutionellen Zusammenhalts und Sicherheitsrisiken auf. Ein strukturierter, auf Regeln basierender Beitrittsprozess ist daher unerlässlich, um sicherzustellen, dass neue Mitglieder die demokratischen und wirtschaftlichen Kriterien der EU erfüllen. Die Stärkung des politischen Konsenses innerhalb der EU und die Unterstützung der Kandidatenländer bei den wichtigsten Reformen werden für eine erfolgreiche Erweiterungsstrategie von wesentlicher Bedeutung sein.
- Um diese komplexen Herausforderungen zu bewältigen, muss die EU entschlossen und strategisch vorgehen. Die Studie empfiehlt konkrete politische Maßnahmen, um die europäische Sicherheit zu erhöhen, Innovationen voranzutreiben und die Erweiterung so zu gestalten, dass die Union langfristig stabil bleibt. Mit proaktivem Handeln kann die EU widerstands- und wettbewerbsfähig in die Zukunft gehen und weltweit einflussreich bleiben.
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