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Gutachten 15. September 2015 Ralph Henger / Jana Ohlendorf / Petrik Runst / Michael Schier Die Zukunft der qualifizierten Gebäude-Energieberatung

Gutachten im Rahmen des Forschungsprogramms "Handwerk und Energiewende im Gebäudesektor"

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Die Zukunft der qualifizierten Gebäude-Energieberatung
Gutachten 15. September 2015 Ralph Henger / Jana Ohlendorf / Petrik Runst / Michael Schier

Die Zukunft der qualifizierten Gebäude-Energieberatung

Ralph Henger / Jana Ohlendorf / Petrik Runst / Michael Schier Institut der deutschen Wirtschaft (IW) Institut der deutschen Wirtschaft (IW)

Gutachten im Rahmen des Forschungsprogramms "Handwerk und Energiewende im Gebäudesektor"

Die Energiewende stellt für die Immobilienbranche eine historische Herausforderung dar, die eines umfangreichen Engagements von Gebäudeeigentümern und -nutzern sowie politischen Akteuren bedarf. Hierdurch besteht die große Chance, den Wärmebedarf im Gebäudesektor bis zum Jahr 2050 um 80 Prozent zu senken und damit maßgeblich zur Erreichung der zentralen energie- und klimapolitischen Zielsetzungen der Bundesregierung beizutragen. (BMWi/BMU, 2010). Gegenwärtig bleiben jedoch viele Maßnahmen und Investitionen im Gebäudebestand aus, so dass sich diese ehrgeizigen Vorgaben kaum erreichen lassen. In weiten Teilen der Bevölkerung scheint sich zudem ein gewisser Attentismus breit zu machen, da sich die gesetzlichen Vorgaben, Förderbedingungen und Ankündigungen aus der Politik laufend ändern und eine verbreitete Verunsicherung hinsichtlich der Wirksamkeit und Vorteilhaftigkeit einer nachträglichen Wärmedämmung besteht. Als besonders hemmend sei hierbei der Streit um eine mögliche steuerliche Förderung von energetischen Gebäudesanierungen genannt: Bereits zweimal wurde die steuerliche Förderung nicht umgesetzt, obwohl sie einmal vom Bundestag beschlossen (2011) und im Nationalen Aktionsplan Energieeffizienz (BMWi, 2014a) von der Regierungskoalition vereinbart wurde (Henger, 2015). Die Folge ist, dass keine hinreichende Motivation auf Seiten der Gebäudeeigentümer entsteht, in Maßnahmen der energetischen Gebäudesanierung zu investieren, obwohl die notwendigen finanziellen Mittel gegebenenfalls vorhanden und teilweise die Wirtschaftlichkeit der Maßnahmen gegeben sind.

Neben den sich laufend ändernden Rahmenbedingungen und politischen Ankündigungen zeigt sich auch das fehlende Know-how der Investoren, Eigentümer und Nutzer von Wohnimmobilien für die niedrige Investitionsbereitschaft verantwortlich. Es mangelt am Zugang zu fundierten Informationen über den energetischen Zustand der Gebäude. Auch die teils hoch komplexen technischen und wirtschaftlichen Aspekte möglicher Sanierungsmaßnahmen sind nur den wenigsten Haus- und Wohnungseigentümern und Mietern bekannt. Zudem werden häufig Diskussionen um einzelne Technologien, wie zum Beispiel der Dämmstoffe, geführt, welche die Bereitschaft zur Durchführung energetischer Gebäudesanierungen schmälern (Kienzlen et al., 2014). Der Vermittlung von fachgerechten, verständlichen und praxisnahen Informationen im Rahmen einer qualifizierten Gebäude-Energieberatung kommt hierbei eine zentrale Rolle zu: Sie kann maßgeblich dazu beitragen, mehr Gebäudeeigentümer zur Durchführung von Effizienzmaßnahmen zu motivieren. Trotz deutlicher Verbesserungen der Ausbildung und der Leistungsbausteine wird eine Gebäude-Energieberatung bis heute jedoch sehr selten in Anspruch genommen. In den letzten Jahren war die Zahl der Beratungen sogar rückläufig. Eine national erfolgreiche Klimapolitik im Gebäudesektor erfordert daher eine Stärkung der Energieberatung auf breiter Basis.

Ziel dieses Gutachtens ist es, das aktuelle Beratungssystem hinsichtlich seiner Ausbildungsanforderungen, Leistungsbausteine und generellen Qualität zu untersuchen und Empfehlungen zur Verbesserung des Systems darzustellen. Das Gutachten fokussiert auf die staatlich geförderte qualifizierte Gebäude-Energieberatung und darauf, wie sich diese aus der Sicht der gesammelten Erfahrungen in den einzelnen Programmen konkret weiterentwickeln und verbessern lässt.

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Gutachten 15. September 2015 Ralph Henger / Jana Ohlendorf / Petrik Runst / Michael Schier

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