Privatpersonen als Vermieter von Wohnraum sind mit einem Marktanteil von rund zwei Dritteln die quantitativ bedeutsamste Anbietergruppe auf dem deutschen Mietwohnungsmarkt.
Privateigentümer von Mietwohnungen in Mehrfamilienhäus
Institut der deutschen Wirtschaft (IW)
Privatpersonen als Vermieter von Wohnraum sind mit einem Marktanteil von rund zwei Dritteln die quantitativ bedeutsamste Anbietergruppe auf dem deutschen Mietwohnungsmarkt.
Dennoch stehen kaum statistisch belastbare Informationen zu dieser Anbietergruppe, deren Bestände und der mit diesen Beständen verfolgten Strategien in Bezug auf die Bewirtschaftung, auf bauliche Maßnahmen und auf den weiteren Erwerb oder die Veräußerung von Vermietungsobjekten zur Verfügung. Die jährliche Bautätigkeitsstatistik der Statistikämter von Bund und Ländern stellt beispielsweise keine eigenständigen Daten zu Privatvermietern von Wohnraum bereit. Und auch wenn die in den Zensus eingebettete jüngste Gebäude- und Wohnungszählung (GWZ) immerhin die Identifizierung und Quantifizierung der von dieser Eigentümergruppe gehaltenen Bestände erlaubt, sind Auswertungen nur nach wenigen grundlegenden Wohnungs- bzw. Gebäudemerkmalen möglich. Aus regelmäßig durchgeführten Mehrthemen-Repräsentativbefragungen wie der Mikrozensus-Zusatzerhebung zur Wohnsituation, der Einkommens- und Verbrauchsstichprobe (EVS) und dem Sozio-oekonomischen Panel (SOEP) gehen ihrer Konzeption folgend ebenfalls allenfalls bruchstückhafte Informationen über Privatpersonen als Wohnraumvermieter hervor.
Um die skizzierten Informationsbedarfe zu diesem Anbietersegment zu decken, sind daher eigene spezifische (Repräsentativ-) Erhebungen erforderlich. Eine solche fand schwerpunktmäßig 2011 im Rahmen des im Auf trag des BBSR bearbeiteten Forschungsprojekts „Privateigentümer von Mietwohnungen in Mehrfamilienhäusern“ statt (vgl. Cischinsky et al. 2015). Die damalige Untersuchung deckte die Kleinteiligkeit und Heterogenität dieses Anbietersegments sowie auffällige Ost-West-Unterschiede etwa hinsichtlich des Gebäudebaualters, der Erwerbsart und der (bisherigen) Haltedauer auf. Darüber hinaus wies die Untersuchung nach, dass Privateigentümer die Mieten verhältnismäßig selten erhöhen und bauliche Maßnahmen eher reaktiv und unter fast ausschließlichem Einsatz von Eigenkapitel angehen. Seit dieser Untersuchung haben sich jedoch sowohl der Mietwohnungsmarkt als auch die gesamtwirtschaftlichen und wohnungspolitischen Rahmenbedingungen spürbar verändert, sodass eine erneute Datenerhebung angezeigt war. Die vorliegende empirische Untersuchung, wiederum in Gestalt einer schriftlich-postalischen Repräsentativbefragung von Privateigentümern, entspricht diesem Aktualisierungserfordernis für das Mehrfamilienhaussegment, indem sie einen aktualisierten differenzierten empirischen Überblick über die Struktur der Bestände und ihrer Eigentümer gibt sowie deren Handlungsweisen in den Bereichen Anlage, Bewirtschaftung und Bestandsinvestition im Lichte der veränderten Rahmenbedingungen unter die Lupe nimm
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