Der Interhyp-IW-Erschwinglichkeitsindex misst die finanzielle Belastung beim Erwerb eines Einfamilienhauses auf Ebene der Landkreise und kreisfreien Städte.
Interhyp-IW-Erschwinglichkeitsindex 2026
Gutachten im Auftrag der Interhyp AG
Institut der deutschen Wirtschaft (IW)
Der Interhyp-IW-Erschwinglichkeitsindex misst die finanzielle Belastung beim Erwerb eines Einfamilienhauses auf Ebene der Landkreise und kreisfreien Städte.
Grundlage ist das Verhältnis der monatlichen Annuität zum verfügbaren Haushaltsnettoeinkommen eines typisierten Modellhaushalts. Ein Indexwert von 100 markiert die rechnerische Erschwinglichkeitsschwelle.
Bundesweiter Trend
Im Juni 2026 liegt der Index bei 103 Punkten. Der Erwerb eines Einfamilienhauses ist damit im Bundesdurchschnitt knapp erschwinglich.
Gegenüber dem Stand zur Veröffentlichung der letztjährigen Ausgabe ist der Index nahezu unverändert, im Halbjahresvergleich leicht gesunken. Die Erholung nach dem Tiefpunkt im November 2022 ist damit vorerst zum Stillstand gekommen.
Einkommenszuwächse stützen die Erschwinglichkeit. Steigende Kaufpreise und leicht höhere Finanzierungskosten wirken dagegen.
Der Markt bleibt stark zinssensitiv. Nationale und geopolitische Unsicherheiten können über Inflation, Kapitalmarktzinsen und Energiepreise kurzfristig auf die Finanzierungsbedingungen durchschlagen.
Regionale Unterschiede
Besonders hohe Erschwinglichkeitswerte weisen Schleswig-Holstein und das Saarland mit jeweils 141 Punkten sowie Sachsen-Anhalt mit 140 Punkten auf.
Am unteren Ende stehen Berlin mit 85 Punkten, Bayern mit 88 Punkten und Hamburg mit 90 Punkten.
In den Top-7-Städten liegt der Index bei 80 Punkten, im Umland bei 89 Punkten. Weitere Großstädte erreichen 105 Punkte, deren Umland einen Wert von 111 Punkten und sonstige Kreise 118 Punkte.
Entwicklung auf Kreisebene
Im Zweijahresvergleich hat sich die Erschwinglichkeit vor allem in zuvor stark angespannten Märkten verbessert, darunter Miesbach, München und Stuttgart.
Im Jahresvergleich ist die Erholungsdynamik jedoch deutlich schwächer. In 251 von 400 Kreisen ist die Erschwinglichkeit gesunken.
Ein strategisches Abwarten führt daher nicht zwangsläufig zu besseren Bedingungen. Sinkende Zinsen können durch steigende Kaufpreise teilweise kompensiert werden.
Sonderthema: Energieeffizienz
Einfamilienhäuser der mittleren Effizienzklasse D erfahren gegenüber vergleichbaren Gebäuden der Klassen A+, A und B in allen Bundesländern Preisabschläge.
Diese Abschläge reichen auf Länderebene von 5 bis 17 Prozent. Nach Regionstypen liegen sie zwischen 7 und knapp 11 Prozent, regional teilweise deutlich höher.
Energieeffizienz wird damit bereits deutlich in den Kaufpreisen berücksichtigt. Der Preisabschlag dürfte unter anderem höhere erwartete Energiekosten und einen höheren Modernisierungsbedarf widerspiegeln.
Gebäude der Klasse D können für Käufer einen wirtschaftlich interessanten Mittelweg darstellen: Sie sind meist günstiger als hoch effiziente Häuser und lassen sich häufig mit überschaubarem Aufwand energetisch verbessern.
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