Die zweite Auflage des Deutschland.Immobilien Vermieterreports basiert auf der umfassenden Befragung von 1.001 Privatvermietern in Deutschland und liefert wichtige Erkenntnisse zu verschiedenen Aspekten der Vermietungstätigkeit sowie zu Einstellungen und Motivationen dieser Gruppe.
Deutschland.Immobilien: Vermieterreport 2025
Gutachten der DI Deutschland.Immobilien AG (Hrsg.) in Kooperation mit dem Institut der deutschen Wirtschaft
Institut der deutschen Wirtschaft (IW)
Die zweite Auflage des Deutschland.Immobilien Vermieterreports basiert auf der umfassenden Befragung von 1.001 Privatvermietern in Deutschland und liefert wichtige Erkenntnisse zu verschiedenen Aspekten der Vermietungstätigkeit sowie zu Einstellungen und Motivationen dieser Gruppe.
Die befragten privaten Vermieter sind im Durchschnitt rund 57 Jahre alt. Im Vergleich zur Gesamtbevölkerung finden sich also überproportional mehr Ältere. Fast ein Drittel vermietet bereits seit mindestens 20 Jahren; damit ist der Anteil der sehr erfahrenen Vermieter im Vergleich zur letzten Erhebung sogar noch angestiegen. Auch der Eindruck der Kleinteiligkeit und des geringen Professionalisierungsgrads des Privatvermietermarkts wird durch die jüngsten Ergebnisse verfestigt: Rund 56 Prozent vermieten nur eine einzige Wohnung, das Mieteinkommen ist dabei sowohl absolut als auch gemessen am Gesamteinkommen meist eher gering.
Erstmalig wurde dieses Mal abgefragt, was die Privatvermieter zu ihrer Immobilieninvestition motiviert hat und wie sich ihr Gesamtvermögen auf weitere Anlageklassen verteilt. Die Immobilie als Altersvorsorge (58 Prozent), als zusätzliche Einkommensquelle (54 Prozent) und als sichere Kapitalanlage (40 Prozent) sind die einflussreichsten Faktoren. Prozentual machen die Immobilien für private Vermieter mit einem geringeren Einkommen einen größeren Anteil an ihrem Gesamtportfolio aus. Im Durchschnitt verteilen sich 35 Prozent des Vermögens auf eine selbstgenutzte und 30 Prozent auf eine vermietete Immobilie. Liquide Mittel wie Finanzanlagen und Tagesgeld vereinen 27 Prozent des Vermögens auf sich. Weitere Assets spielen eher eine untergeordnete Rolle. Eine Lebensversicherung war nur für rund 12 Prozent der Befragten wesentlicher Bestandteil ihrer Finanzierungsstrategie. Gerade angesichts anziehender Zinsen besteht hier offensichtlich noch Aufklärungsbedarf über diese steuerlich attraktive Option.
Bei der Suche nach neuen Mietern sind weiterhin die persönlichen Netzwerke der am häufigsten genutzte Kanal (53 Prozent), gefolgt von Inseraten auf Immobilienportalen (47 Prozent). 23 Prozent suchen ausschließlich exklusiv innerhalb ihres persönlichen Netzwerks. Bei Abschluss eines Neuvertrags erhöhen 44 Prozent der Vermieter den Preis moderat, lediglich 4 Prozent stark. Die andere Hälfte nimmt keine Anpassung nach oben vor. Auch bei Bestandsmieten ist Konstanz die Regel. Wenn die Mieten nach oben angepasst wurden, dann meist aufgrund gestiegener Betriebskosten (28 Prozent).
Ein beträchtlicher Teil der privaten Vermieter (53 Prozent) hat in den vergangenen Jahren energetische Sanierungsmaßnahmen durchgeführt; am häufigsten wurde die Heizungsanlage erneuert. Weiter-hin liegt die Motivation für künftige Maßnahmen hauptsächlich in langfristigen Energieeinsparungen (52 Prozent) und der Erhöhung der Mieterzufriedenheit (39 Prozent). Als Argumente gegen geplante Maßnahmen führen die Vermieter hauptsächlich an, dass diesbezüglich keine Dringlichkeit besteht (65 Prozent). Knapp die Hälfte, also etwas weniger als im letzten Jahr, gibt an, momentan keine Pläne für größere Renovierungs- oder Sanierungsmaßnahmen zu haben. Bis 2045 soll der Gebäudestand klimaneutral sein. 41 Prozent der Befragten sind sich jedoch der daraus Zusammenfassung verbundenen Anforderungen für ihre Immobilien nicht bewusst; lediglich 17 Prozent haben sich bereits intensiv damit auseinandergesetzt. Bemerkenswert sind hier die Unterschiede zwischen den Altersgruppen: Während bereits 44 Prozent der Vermieter bis 35 Jahre konkrete Pläne für energetische Maßnahmen getroffen haben, sind es bei den über 65-Jährigen lediglich 18 Prozent.
Die Zufriedenheit der Vermieter ist im Allgemeinen leicht gestiegen: 71 Prozent sind zufrieden oder sogar sehr zufrieden mit ihrer Vermietungstätigkeit. Das entspricht einem Barometerwert von 32 und einem Plus von 3 Punkten im Vergleich zum Vorjahr. Mit der Wohnungspolitik hingegen sind die privaten Vermieter in Deutschland weiterhin eher unzufrieden: Der Barometerwert hat sich mit -10 im Vergleich zum Vorjahr zwar um 2 Punkte verbessert, muss aber immer noch als mäßig eingestuft werden, was auf mögliche Herausforderungen oder Mängel in politischen Rahmenbedingungen hinweisen könnte.
Auf die Entwicklung der Mietpreise (32 Prozent) sowie des Werts der eigenen Immobilien (36 Prozent) in den kommenden 12 Monaten blicken die Vermieter zuversichtlich. Diese positive Einstellung impliziert einen sich stabilisierenden Wohnungsmarkt. Die Vermieter wurden zudem gefragt, welche Segmente sie als besonders attraktiv einschätzen. Aus ihren Antworten lässt sich ableiten, dass insbesondere das Wohnen im Umland (45 Prozent), Senioren- und Pflegeimmobilien (44 Prozent) sowie urbane Mikrowohnungen (33 Prozent) als mittel- und langfristige Markttrends interessant werden könnten.
Nicht zuletzt liefern auch die Meinungen der Vermieter zu aktuellen wohnungspolitischen Plänen wertvolle Impulse für Policy-Maker. Zu wenig Aufmerksamkeit widmen die politischen Entscheidungsträger laut den Befragten vor allem dem bezahlbaren Wohnraum für Menschen mit mittlerem Ein-kommen (58 Prozent). Außerdem wünscht sich rund die Hälfte eine stärkere Unterstützung für Mieter und Vermieter gleichermaßen (51 Prozent).
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