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Jürgen Matthes IW-Report Nr. 43 18. Dezember 2019 Zur Abhängigkeit der deutschen Wirtschaft von China im Außenhandel – Eine Faktensammlung

In der Debatte, ob sich Deutschland gegenüber China robuster positionieren soll, wird zuweilen darauf verwiesen, dass die deutsche Wirtschaft und vor allem einzelne deutsche Dax-Konzerne stark von China abhängen. Vor diesem Hintergrund wird in diesem Report die ökonomische Abhängigkeit des Produktionsstandorts Deutschland von China im Außenhandel analysiert.

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Zur Abhängigkeit der deutschen Wirtschaft von China im Außenhandel – Eine Faktensammlung
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In der Debatte, ob sich Deutschland gegenüber China robuster positionieren soll, wird zuweilen darauf verwiesen, dass die deutsche Wirtschaft und vor allem einzelne deutsche Dax-Konzerne stark von China abhängen. Vor diesem Hintergrund wird in diesem Report die ökonomische Abhängigkeit des Produktionsstandorts Deutschland von China im Außenhandel analysiert.

Im Warenhandel ist China inzwischen wichtigster deutscher Handels- und Importpartner. Mit einem Ausfuhranteil von 7 Prozent spielt China für Deutschland eine deutlich wichtigere Rolle als für alle anderen EU-Länder. Der enorme Zuwachs der deutschen Ausfuhren nach China trug zwischen 1991 und 2018 knapp 27 Prozentpunkte zum gesamten deutschen Ausfuhrzuwachs von über knapp 290 Prozent bei, was einem Anteil am Gesamtzuwachs von knapp einem Zehntel entspricht. Gleichwohl wären die jährlichen deutschen Ausfuhren ohne den Beitrag Chinas aber nur geringfügig weniger gestiegen (außer in wenigen einzelnen Jahren). Zudem hat die deutsche Exportwirtschaft viele Partner, auf die weiterhin 93 Prozent der Ausfuhren entfallen.

Die Relevanz der Exporte von Waren und Dienstleistungen nach China für Wertschöpfung und Wirtschaftswachstum in Deutschland lässt sich mit der TIVA-Datenbank der OECD abschätzen, die den Zeitraum 2005 bis 2015 abdeckt. Demnach machten die deutschen Wertschöpfungs-Exporte nach China nach einem kräftigen Anstieg im Jahr 2015 rund 2,8 Prozent der gesamtwirtschaftlichen Bruttowertschöpfung in Deutschland aus. In gleicher Größenordnung von 2,8 Prozentpunkten liegt deren Wachstumsbeitrag zum Zuwachs der gesamtwirtschaftlichen nominalen Bruttowertschöpfung in Deutschland von 33 Prozent zwischen 2005 und 2015. Diese Werte sind im internationalen Vergleich der G6-Länder (G7 ohne Kanada) relativ höher als im Warenhandel, gerade auch in Relation zu den USA und Japan. Dies gilt vor allem für die deutschen Investitionsgüterhersteller (Maschinenbau und Elektroindustrie). Trotzdem ist festzuhalten, dass mehr als 97 Prozent der gesamtwirtschaftlichen Wertschöpfung nicht von den Exporten nach China abhängen und auch das nominale Wirtschaftswachstum ohne die China-Exporte rund 30 Prozent betragen hätte. Insgesamt gesehen erscheint die exportseitige Abhängigkeit von China daher begrenzt – und der Blick auf hohe Umsatzanteile einiger großer deutscher Unternehmen in China verzerrt das Bild. Dies zeigt auch eine vereinfachte Überschlagsrechnung für den hypothetischen Fall eines Handelskonflikts mit China im Fazit am Ende des Reports.

Auch die Abhängigkeit Deutschlands von China auf der Importseite lässt sich mit den TIVA-Daten analysieren. So stieg der Anteil der Wertschöpfungslieferungen aus China an der gesamten Wertschöpfung im deutschen Endverbrauch zwischen 2005 und 2015 von 0,6 auf 2 Prozent. Im Vergleich mit anderen Wertschöpfungslieferanten ist China für Deutschland damit ähnlich wichtig wie die USA, aber deutlich weniger wichtig als die westlichen EU-14-Staaten (EU-15 ohne Deutschland). Im G6-Vergleich ist Deutschland nicht stärker auf Chinas Wertschöpfungslieferungen angewiesen als andere europäische G6-Länder und etwas weniger als die USA und Japan. Insgesamt ist die importseitige Relevanz Chinas gering. Dies gilt allerdings auf Branchenebene nicht für den Endverbrauch der deutschen Elektroindustrie. Die Bedeutung von chinesischen Vorleistungen für die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Exportwirtschaft ist jedoch eng begrenzt, auch in der Elektroindustrie.

 

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