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IW-Kurzbericht Nr. 10 12. Februar 2026 Jürgen Matthes Weniger Arbeitsplätze von deutschen China-Exporten abhängig

Noch vor der Corona-Pandemie galt China als Eldorado für die deutsche Exportwirtschaft. Zwischenzeitlich waren deutlich mehr als eine Million deutsche Arbeitsplätze direkt und indirekt vom Endverbrauch in China abhängig.

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Weniger Arbeitsplätze von deutschen China-Exporten abhängig
IW-Kurzbericht Nr. 10 12. Februar 2026 Jürgen Matthes

Weniger Arbeitsplätze von deutschen China-Exporten abhängig

Jürgen Matthes Institut der deutschen Wirtschaft (IW) Institut der deutschen Wirtschaft (IW)

Noch vor der Corona-Pandemie galt China als Eldorado für die deutsche Exportwirtschaft. Zwischenzeitlich waren deutlich mehr als eine Million deutsche Arbeitsplätze direkt und indirekt vom Endverbrauch in China abhängig.

Doch seit einigen Jahren sinken die deutschen Exporte nach China rapide. In der Folge dürfte die Zahl der Jobs, die exportseitig von China abhängen, seit 2021 um schätzungsweise rund 40 Prozent oder über 400 Tausend Stellen abgenommen haben.

Die guten alten Zeiten, als die Exporte nach China dynamisch wuchsen, sind vorbei. Seit dem Ende der Corona-Pandemie sinken die Exporte nach China anhaltend und stark, während die Importe von dort weiter kräftig zunehmen (Matthes, 2025 a, b). Das Handelsbilanzdefizit dürfte in 2025 einen neuen Rekord erreicht haben. Damit hat sich das Blatt innerhalb weniger Jahre grundlegend gewandelt. Auf dem Höhepunkt des China-Exportbooms im Jahr 2021 exportierte die deutsche Wirtschaft Waren und Dienstleistungen im Wert von noch über 130 Milliarden Euro gemäß der Zahlungsbilanzstatistik der Deutschen Bundesbank (Abbildung). Der Anstieg gegenüber 2015 betrug rund 64 Prozent und gegenüber 2010 sogar 146 Prozent. China stand damit im Jahr 2021 für knapp 8,5 Prozent der gesamten deutschen Exporte von Waren und Dienstleistungen. Gemäß der FIGARO-Datenbank von Eurostat waren damals rund 1,1 Millionen Arbeitsplätze direkt oder indirekt vom Endverbrauch in China abhängig. Auch wenn das viel zu sein scheint, betrug der Anteil an allen rund 45 Millionen Erwerbstätigen selbst im Jahr 2021 nur knapp 2,5 Prozent.

Massiver Exporteinbruch

Im Jahr 2025 hat Deutschland schätzungsweise nur noch rund 93 Milliarden Euro an Waren und Dienstleistungen nach China exportiert – ein Rückgang von rund 29 Prozent gegenüber 2021. Diese Angabe basiert auf den Daten von Januar bis November 2025, wobei der fehlende Dezemberwert mit dem durchschnittlichen Wert der ersten elf Monate geschätzt wurde. Weil die gesamten deutschen Exporte von Waren und Dienstleistungen in die Welt seit 2021 um schätzungsweise rund 15 Prozent stiegen, nahm der Anteil Chinas an allen Exporten noch stärker ab, und zwar um über 38 Prozent – von 8,4 Prozent in 2021 auf 5,2 Prozent in 2025.

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Die gesamtwirtschaftliche Relevanz der China-Exporte ging noch etwas mehr zurück. Denn aufgrund der Exportkrise in jüngerer Vergangenheit sank die deutsche Exportquote – also die Relation zwischen allen Exporten von Waren und Dienstleistungen und dem Bruttoinlandsprodukt (BIP) – leicht von 42,5 auf 40,5 Prozent. Damit verringerte sich der Anteil der deutschen China-Exporte von Waren und Dienstleistungen am BIP von 3,6 Prozent auf 2,1 Prozent. Das entspricht einem Rückgang dieser Quote von über 41 Prozent.

Geringere Jobabhängigkeit von China

Um zu quantifizieren, wie viele Arbeitsplätze vom Export nach China abhängig sind, sind Input-Output-Tabellen nötig, die jedoch erst mit großer Zeitverzögerung zur Verfügung stehen. Zudem basieren sie am aktuellen Rand relativ stark auf Schätzungen. Es wird daher noch mehrere Jahre dauern, bis eine genaue und belastbare Rechnung möglich wird. Das ist problematisch, da in der aktuellen Debatte zuweilen weiterhin auf die positiven Effekte des deutschen Exports nach China verwiesen wird. Daher erscheint es sinnvoll, zumindest eine grobe Schätzung für die hierzulande noch vom Export nach China abhängigen Arbeitsplätze vorzunehmen.

Die im vorigen Abschnitt aufgezeigten Entwicklungstendenzen liefern dafür einen Ansatzpunkt. Dabei kann der gut 40-prozentige Rückgang des Anteils der China-Exporte am BIP als Maßstab verwendet werden. Das BIP kann dabei als grober Indikator für die Erwerbstätigkeit verwendet werden, weil sich die Arbeitsproduktivität je Erwerbstätigen in der Gesamtwirtschaft und auch im handelsintensiveren Verarbeitenden Gewerbe

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