In 95 Prozent aller Fälle lassen sich Interessenunterschiede überbrücken, und zwar unabhängig von der Form der betrieblichen Interessenvertretung. Allerdings liegen AVOs häufiger von vornherein auf einer Linie mit der Geschäftsleitung als Betriebsräte. Bei den AVOs trifft dies zu 77 Prozent zu, bei den Betriebsräten zu 46 Prozent. Das Bild ändert sich, wenn zwischen defensiven und offensiven Betriebsräten unterschieden wird. Defensivere Betriebsräte, die ihre Mitbestimmungsrechte nicht voll ausschöpfen, liegen zu 73 Prozent auf einer Linie mit der Geschäftsführung, offensivere zu 27 Prozent. Berücksichtigt man den betriebswirtschaftlichen Hintergrund des Unternehmens anhand der Tatsache, ob es in den letzten beiden Jahren Umstrukturierungen gab, ändert sich vor allem die Rolle der AVOs. Wo Umstrukturierungen stattfanden, treten Unterschiede zur Geschäftsleitung deutlich häufiger auf, auch häufiger als zwischen Geschäftsleitung und defensivem Betriebsrat. Diese Befunde zeigen, dass eine Partizipation der Arbeitnehmer an betrieblichen Entscheidungsprozessen auch jenseits der institutionalisierten Mitbestimmung wirksam sein kann.