Energieintensive und umsatzstarke Unternehmen stellen aufgrund der energiepolitischen Rahmenbedingungen Investitionen in Deutschland zurück. Dies betrifft zwar nur einen Teil der Unternehmen, zeigt jedoch, dass steigende Kosten und Unsicherheit über zukünftige energiepolitische Weichenstellungen Unternehmen in ihren Investitionsentscheidungen beeinflussen. Nur wenige Unternehmen planen darüber hinaus, aus Gründen der Energiepolitik verstärkt im Ausland zu investieren. Doch die aktuellen Regeln, die dieses sogenannte „carbon leakage“ verhindern sollen, sind befristet und drohen zuungunsten gerade energieintensiver Unternehmen verändert zu werden. Diese Unsicherheit und einseitige Belastungen, die nur national oder in Europa anfallen, bedrohen Innovationen und die notwendigen Investitionen, die deutsche und europäische Unternehmen für eine treibhausgasärmere und effizientere Produktion vornehmen müssen. Deshalb ist es für einen Erfolg der Energiewende unerlässlich, die Gesamtkosten durch effiziente Instrumente soweit wie möglich zu begrenzen und einseitige Belastungen zu vermeiden.

IW policy paper

Hubertus Bardt: Energiepolitische Unsicherheit verzögert Investitionen in Deutschland

IconDownload | PDF

Ansprechpartner

Themen

Strukturwandel überzeichnet Erfolge der Energieeffizienz
IW-Kurzbericht, 18. Juli 2017

Hubertus Bardt Strukturwandel überzeichnet Erfolge der EnergieeffizienzArrow

Der sparsame und effiziente Einsatz von Energie ist nicht nur unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten notwendig, sondern auch Klimaschutzgründen wichtig. Die Senkung des Energieverbrauchs gehörte damit auch zu den Zielen der Energiewende, da mit einer geringeren Energienachfrage schneller höhere Anteile emissionsfreier Energie aufgebaut werden können. mehr

20. Juni 2017

Interview mit Tobias Paulun „Mit einem liquiden Markt sollte man nicht spielen“Arrow

Damit die EU eines Tages eine Energieunion mit grenzüberschreitendem Handel und einer gemeinsamen Energiepolitik wird, hat die EU-Kommission in ihrem neuen „Strommarktdesign“ unter anderem vorgeschlagen, die Preiszonen im Strommarkt neu zu definieren. Was die European Energy Exchange (EEX) davon hält, erläutert Tobias Paulun, Mitglied des EEX-Vorstands, im iwd. Zunächst aber erklärt er, was die Energiebörse in Leipzig überhaupt macht. mehr auf iwd.de

19. Juni 2017

Sandra Parthie / Thilo Schaefer Auf dem Weg in die EnergieunionArrow

Die EU-Kommission will den europäischen Energiebinnenmarkt voranbringen und hat deshalb ein neues Konzept für den Strommarkt vorgeschlagen. Dazu sollen unter anderem die grenzüberschreitende Zusammenarbeit aus- und Staatseingriffe abgebaut werden. Um die Investitionen in weitere Netze und Erzeugungskapazitäten anzuregen, ist zudem ein neuer Zuschnitt der sogenannten Strompreiszonen in der Diskussion – ein Plan, der in Deutschland auf Widerspruch stößt. mehr auf iwd.de