Dass sportliche Aktivitäten einen positiven Einfluss auf die Einkommensentwicklung haben, ist in der einschlägigen Forschungsliteratur bereits vielfach belegt worden (siehe Cabane / Lechner, 2015 für eine Übersicht). Wie bedeutend dieser Effekt in Deutschland heute ist, macht eine eigene Auswertung des Sozio-oekonomischen Panels deutlich. Mittels multivariater Analysen wurde der Zusammenhang zwischen den sportlichen Aktivitäten von Männern der Geburtsjahrgänge 1974 bis 1983 im Jahr 2008, also zu einem Zeitpunkt, als sie 25 bis 34 Jahre alt waren, und der Entwicklung ihrer Bruttostundenlöhne in den Jahren zwischen 2008 und 2017 ermittelt. Dabei wurden nur Männer, die im Jahr 2008 in Vollzeit oder Teilzeit tätig und nicht in Ausbildung oder geringfügig beschäftigt waren, in den Blick genommen. Zudem wurde der Bildungsstand und der Gesundheitszustand der Männer im Jahr 2008 in den multivariaten Analysen mitbetrachtet, da sich diese beiden Faktoren sowohl auf die sportliche Aktivität als auch auf die Lohnentwicklung auswirken und die gemessenen Effekte ansonsten verzerren können. Die Analysen wurden nur für Männer durchgeführt, da bei Frauen vor dem Hintergrund der familienbedingten Auszeiten und Arbeitszeitreduktionen eine Differenzierung nach Familienbiografien notwendig wäre, die mit den vorliegenden Fallzahlen nicht möglich ist.

Betrachtet man zunächst den Lohnanstieg in Euro, ergibt sich ein Plus von 6,39 Euro für Männer, die im Jahr 2008 mindestens einmal wöchentlich sportlich aktiv waren gegenüber Männern, die gar keinen sportlichen Aktivitäten nachgegangen sind, wobei der Schätzwert statistisch hochsignifikant ist. Männer die seltener als einmal wöchentlich Sport trieben, konnten eine noch um 1,23 Euro höhere Lohnsteigerung erzielen, wobei in diesem Fall keine statistische Signifikanz vorliegt. Betrachtet man die prozentualen Lohnanstiege, so lagen diese bei den Männern, die 2008 mindestens einmal wöchentlich Sport getrieben haben, um 24,8 Prozentpunkte und bei den seltener aktiven um 8,6 Prozentpunkte höher, als bei den inaktiven Männern.

Für die Männer der Geburtsjahrgänge 1964 bis 1973, die 2008 bereits 35 bis 44 Jahre alt waren, sind die gemessenen Effekte, mit einem Plus von 2,38 Euro für die mindestens einmal wöchentlich und 1,84 Euro für die seltener sportlichen Aktiven deutlich geringer. Dies ist auch naheliegend, da die meisten Beschäftigten in diesem Alter einen großen Teil der einkommensrelevanten Karriereschritte bereits hinter sich haben. Für die noch jüngeren Männer unter 25 Jahren sind Analysen zur Lohnentwicklung nicht möglich, da sie vielfach noch nicht am Arbeitsmarkt aktiv sind. Allerdings zeigen die Ergebnisse von Geis (2017), dass den sportlich Aktiven unter ihnen der Einstieg in den Arbeitsmarkt deutlich besser gelingt.