Vor dem Hintergrund der zunehmenden Digitalisierung der Arbeitswelt und des täglichen Lebens wird es immer wichtiger, dass junge Menschen bereits im Kindesalter den Umgang mit den modernen Medien einüben. Gleichzeitig kann sich ein übermäßiger Medienkonsum allerdings auch sehr negativ auf ihre Entwicklung auswirken. So drohen auf körperlicher Ebene etwa krankhaftes Übergewicht, Augenbeschwerden und Schlafstörungen. Zudem können das Sozialverhalten aggressiver werden, das Selbstwertgefühl Beeinträchtigungen erfahren und die sprachliche und schulische Entwicklung leiden (van Egmont-Fröhlich et al., 2007). Daher ist es wichtig, dass die Mediennutzung von jüngeren Kindern in den Familien begleitet und zeitlich begrenzt wird.

Hierzu liefert eine eigene Auswertung des Nationalen Bildungspanels (Blossfeld et al., 2011) interessante neue Erkenntnisse. In seinem Rahmen wurden im Jahr 2016 unter anderem Viertklässler dazu befragt, wie stark ihnen ihre Eltern beim Fernsehen (einschließlich Videos, DVDs und Youtube) und bei Computer- und Videospielen Vorgaben machen und wie viel Zeit sie an einem normalen Schultag außerhalb der Schule hiermit verbringen.

Betrachtet man beide Bereiche zusammen, gab mit 17,4 Prozent mehr als jedes sechste Kind eine überlange Nutzungsdauer von vier und mehr Stunden an (siehe Abbildung). Allerdings bestehen sehr große Unterschiede je nach Bildungshintergrund. So liegt der Anteil bei Kindern, deren Mütter keine berufsqualifizierenden Abschlüsse haben, mit 28,0 Prozent mehr als dreimal so hoch wie bei Kindern von Müttern mit Hochschulabschluss mit 8,8 Prozent. Dabei ist beachtlich, dass mit 8,8 Prozent etwa jedes zehnte Kind mit einer Mutter ohne Abschluss allein mit Computer- und Videospielen auf diesen hohen Wert kommt.