Vor allem die weltwirtschaftlichen Unsicherheiten belasten die Wachstumsaussichten in Deutschland (IW-Forschungsgruppe Konjunktur, 2018). Der Protektionismus vonseiten der USA, die Ungewissheiten infolge des anstehenden Brexits und der italienischen Regierungsführung belasten die Erwartungshaltung der Unternehmen, wie die Konjunkturumfrage des Instituts der deutschen Wirtschaft belegt. In die Nähe einer Stagnation kommt die deutsche Wirtschaft zwar nicht, aber das Wachstum fällt im Jahr 2019 mit nur noch 1,2 Prozent sehr verhalten aus.

Ganz anders dagegen der Blick auf die Immobilienwirtschaft, wie die Ergebnisse des IW-ImmobilienScout-Index zeigen. Die aktuelle Lage bewerten die Unternehmen der Immobilienwirtschaft mit einem Wert von 82, was ein kleiner Rückgang gegenüber dem Vorquartal ist, aber insgesamt noch eine hohe Zufriedenheit signalisiert. Schließlich steht dahinter, dass über 80 Prozent der Unternehmen ihre Lage als gut einschätzt, weitere 18 Prozent als saisonüblich/befriedigend und kein einziges als schlecht. Besonders hervorzuheben sind aber die Erwartungen mit einem Wert von 10. Dies entspricht einem Plus um 5 gegenüber dem Vorquartal und bedeutet, dass fast 19 Prozent der befragten Unternehmen sogar von einer Verbesserung der Lage in 2019 ausgehen, 73 Prozent glauben, dass die Lage gleich (gut) bleibt und nur 8 Prozent rechnen mit einer Verschlechterung. Dies ist zunächst überraschend, da sich in den Vorquartalen eine Eintrübung der Erwartungen abzeichnete.

Besonders stark haben die Erwartungen bei den Projektenwicklern zugelegt (Abbildung). Im Vorquartal lag der Wert nur bei 4,1, jetzt dagegen bei 23,5. Eine Ursache hierfür könnten die guten Signale bei Vorverkäufen und Vormietungen sein. In beiden Fällen gehen die Projektentwickler von einem deutlichen Zugewinn in den nächsten 12 Monaten aus. Den zweitgrößten Zuwachs bei den Erwartungen gab es bei Unternehmen, die auf Handelsimmobilien fokussiert sind. Im Vorquartal lag der Wert bei 0, jetzt dagegen bei 12,7. Im 1. und 2. Quartal dieses Jahres waren die Ergebnisse sogar negativ, d. h. es gingen mehr Unternehmen von einer Verschlechterung als einer Verbesserung aus. Wesentlich hierfür ist, dass die Unternehmen nun mit weiteren Wertsteigerungen und vor allem weniger Unternehmen mit einer Verschlechterung der Finanzierungsbedingungen rechnen. Die Ergebnisse für das Handelssegment weisen jedoch eine hohe Volatilität auf.