Die Corona-Krise war ein Schock für viele Unternehmen. Der erste Lockdown ab Mitte März 2020 wirkte als symmetrischer Schock auf die Volkswirtschaft; vielen Firmen war die Geschäftsgrundlage entzogen. Zwar konnten einige Unternehmen in wenigen Branchen von zusätzlicher Nachfrage profitieren und andere konnten mit überschaubaren innerbetrieblichen Anpassungen ihre Geschäftstätigkeit auf weitgehend normalem Niveau fortsetzen. In weiten Bereichen der Wirtschaft kam es jedoch zu erheblichen Einbrüchen. Teilweise war die Wahrnehmung der Tätigkeiten untersagt, teilweise kam es zu Schwierigkeiten in der Lieferkette, teilweise war die Nachfrage weggefallen. So sank beispielsweise die Produktion im Fahrzeugbau zwischen Februar und April um 74 Prozent, die Autoindustrie stand praktisch still. Im gesamten Verarbeitenden Gewerbe lag der Rückgang bei 29 Prozent. Der Umsatz der Gastronomie ging dramatisch um 69 Prozent zurück, im Beherbergungsgewerbe waren es sogar -87 Prozent.

Der zweite Lockdown wirkt asymmetrisch auf die Wirtschaftsbranchen und führt für viele Unternehmen zu existenzbedrohenden Problemen. Während die Industrie zwar bisher nicht besonders beeinträchtigt zu sein scheint, weil sie von der Wiederbelebung vieler Volkswirtschaften – allen voran Chinas – profitiert, sind Branchen des Konsums praktisch stillgelegt: Hotels und Gaststätten haben geschlossen, alle Veranstaltungsbranchen sind stillgelegt, wichtige Teile des stationären Handels dürfen nicht öffnen, der Flugverkehr ist auf ein Minimum reduziert.

Die Bundesregierung und die Landesregierungen haben früh und schnell erkannt, dass massive Unterstützungen für die betroffenen Unternehmen notwendig sind, um die Existenz der Firmen zu retten. Am wirksamsten war die Kurzarbeitergeldlösung, für die im Jahr 2020 direkt rund 22 Milliarden Euro aufgewendet wurden; das Instrument ist für größere Unternehmen einfach und schnell zu nutzen. Bereits im März wurde vom Bund eine Soforthilfe als Betriebskostenzuschuss für Kleinunternehmen im Gesamtvolumen von bis zu 50 Milliarden Euro zur Verfügung gestellt. Die verschiedenen Überbrückungshilfen sowie die November- und Dezemberhilfe zur Existenzsicherung im zweiten Lockdown versprachen ebenfalls ausreichende Hilfen.

Die Ankündigung dieser umfangreichen Mittel hatte für sich bereits einen stabilisierenden Effekt. Die Aussichten auf die Fortführung der Unternehmen und die gleichzeitige Liquiditätssicherung und Kostenübernahme haben dazu beigetragen, dass Geschäftsbeziehungen weitergeführt und Pleiten verhindert werden konnten. Der Anstieg der Insolvenzen im Dezember 2020 ist hingegen ein deutliches Warnsignal.