Klimaschutz ist eine weltweite Aufgabe, weil alle globalen Treibhausgasemissionen zum Klimawandel beitragen. Die Kosten der Klimaschutzanstrengungen fallen daher vor Ort an, während der Nutzen sich weltweit verteilt. Ein ausreichendes Maß an Klimaschutz, von dem alle Länder profitieren, kann nur durch ein gemeinsames Vorgehen erreicht werden. Das Pariser Klimaschutzabkommen soll dazu beitragen, insbesondere von den wesentlichen Emittenten wie China, den USA und der EU Zusagen für anspruchsvollen Klimaschutz zu erreichen.

Auch wenn die prinzipiellen, langfristigen Klimaschutzziele festgeschrieben sind, werden die Maßnahmen unkoordiniert auf nationaler (oder europäischer) Ebene festgelegt. In der Konsequenz stehen unterschiedliche nationale Anspruchsniveaus, unterschiedliche Instrumente und unterschiedliche Preissignale nebeneinander. Damit werden für die Emission von Treibhausgasen unterschiedliche Kosten fällig, je nachdem, wo diese Emissionen entstehen. Unternehmen können damit den Anreiz bekommen, die Produktion entsprechend der Klimakosten zu optimieren und dort zu produzieren, wo diese relativ günstig sind. Unter Klimagesichtspunkten ist der Ort der Emission jedoch nicht relevant, für die jeweiligen Volkswirtschaften ist er hingegen von hoher Bedeutung.

Um eine Verschiebung der Produktion zu vermeiden, wurden bei vielen klimapolitischen Maßnahmen Vorkehrungen für besonders energieintensive Branchen getroffen, die im starken internationalen Wettbewerb stehen. Zu nennen sind insbesondere reduzierte Sätze bei Energiesteuern und EEG-Umlage, der kostenlosen Zuteilung von CO2-Zertifikaten und der Ausgleich für durch den Emissionshandel gestiegene Strompreise. Diese Maßnahmen und der in der Vergangenheit niedrige Preis für CO2-Zertifikate haben dazu geführt, dass keine systematische Abwanderung von energieintensiven Unternehme zu beobachten war. Empirische Analysen zeigen für die ersten Jahre des Emissionshandels auch keine entsprechenden Verlagerungen (aus dem Moore u.a., 2019; Koch / Bassa Mama).