Haushalt ist Frauensache

„‘Das bisschen Haushalt macht sich von allein", sagt mein Mann, "Das bisschen Haushalt kann so schlimm nicht sein", sagt mein Mann‘“, heißt es im Schlager von Johanna von Koczian schon 1977. Dabei hat die Corona-Pandemie und deren Folgen wie Home-Schooling, Homeoffice und Quarantäne vielen Menschen deutlich gemacht, dass Haushalt alles andere als eine Nebensache ist. 41 Prozent der 1.086 Befragten sagen in einer aktuellen, repräsentativen Forsa-Umfrage, dass die Pandemie ihren Blick auf Tätigkeiten im Haushalt verändert hat. Nicht geändert hat sich, dass bis heute Kochen, Putzen und Waschen trotz aller Gleichberechtigungsfortschritte überwiegend Frauensache geblieben ist (Eyerund/Orth 2019). Dementsprechend beklagen auch deutlich mehr Frauen (48 Prozent) als Männer (36 Prozent) die zusätzlichen Aufgaben, wie Geschirr spülen und häufigeres Putzen. Wenn eine Haushaltshilfe beschäftigt wird, ist dies noch viel öfter Frauensache.

Typische Haushaltshilfe: deutsch, weiblich, über 50 Jahre …

Denn auch 2020 sind 90 Prozent der angemeldeten Minijobber in Privathaushalten weiblich. 75 Prozent sind Deutsche und fast zwei Drittel der Haushaltshilfen sind über 50 Jahre alt. Allerdings machen diese knapp 300.000 Minijobber nur einen kleinen Teil der Haushaltshilfen aus (Minijobzentrale, 2020).

… und schwarz beschäftigt

Die große Mehrheit ist nicht angemeldet und arbeitet ohne Absicherung und Unfallversicherungsschutz illegal. Denn rund 88 Prozent der Haushalte melden ihre Reinigungskraft nicht an. Diese Zahl ist seit 2005 von rund 93 Prozent aufgrund der Schaffung von legalen Alternativen zurückgegangen. Rund 3,3 Millionen Haushalte in Deutschland beschäftigen gelegentlich oder regelmäßig eine Hilfe – und davon lassen rund 2,9 Millionen Haushalte schwarz reinigen, waschen und einkaufen. Denn neben den Minijobbern gibt es knapp 50.000 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte und rund 20.000 Selbständige, die auf Rechnung im Privathaushalt arbeiten (Enste, 2019).