Die deutsche Industrie ist eine wesentliche Säule der deutschen Wirtschaft. Dabei steht die deutsche Industrie nicht für sich. Sie ist innerhalb von Deutschland und in Europa in starke Wertschöpfungsgewebe eingebunden.
Transformationspfade: Europäische Wertschöpfungsgewebe und wirtschaftliche Chancen in Wachstumsmärkten
Studie für den Bundesverband der Deutschen Industrie e.V. (BDI)
Institut der deutschen Wirtschaft (IW)
Die deutsche Industrie ist eine wesentliche Säule der deutschen Wirtschaft. Dabei steht die deutsche Industrie nicht für sich. Sie ist innerhalb von Deutschland und in Europa in starke Wertschöpfungsgewebe eingebunden.
So importiert die deutsche Industrie etwa über ein Drittel ihrer Vorleistungen, mehr als doppelt so viele wie der Dienstleistungssektor. Gerade zur EU-Industrie bestehen besonders enge Wertschöpfungsverflechtungen deutscher Industriebranchen.
Dadurch entstehen starke Wechselwirkungen: Die wirtschaftlichen Entwicklungen hierzulande, insbesondere in Bezug auf die Industrie, wirken sich stark auf die europäische Wirtschaft aus und umgekehrt. Insofern ist nicht überraschend, dass gegenwärtige wirtschaftliche Herausforderungen in Deutschland mit der schwachen Entwicklung der Wettbewerbsfähigkeit Europas Hand in Hand gehen, wie unter anderem dargelegt im Draghi-Bericht (EU-Kommission 2024). Dazu zählen unzureichende Investitionen, insbesondere im Bereich der Digitalisierung und Dekarbonisierung, hohe Energiekosten und eine steigende Innovationslücke gegenüber außereuropäischen Konkurrenten. Zudem erhöhen globale geopolitische Entwicklungen erheblich die Risiken außereuropäischer Lieferketten.
Vor diesem Hintergrund untersucht die vorliegende Studie die Wertschöpfungsgewebe zwischen der deutschen Industrie und der europäischen Wirtschaft näher (Kapitel 2). Auf diese Weise erweitert sie die Analyse nationaler Wertschöpfungsgewebe der Transformationspfade-Studie (BDI et al. 2024). Ausgehend von der deutschen Industrie wird untersucht, welchen ökonomischen Fußabdruck die deutsche Industrieproduktion über globale Zuliefererbeziehungen weltweit hinterlässt. Die Analyse zeigt dabei die besondere Bedeutung der EU in diesen ökonomischen Beziehungen auf.
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