Die Zahl der Unternehmen, die Geflüchtete beschäftigen, ist seit 2016 weiter gestiegen. Aktuell beschäftigt knapp jedes vierte Unternehmen (24 Prozent) Geflüchtete oder hat dies in den letzten drei Jahren getan. Hochgerechnet auf alle Unternehmen in Deutschland sind dies 429.000 Unternehmen, die sich bei der Integration von Geflüchteten engagieren. Insgesamt ist der Anteil der Unternehmen, die Geflüchtete beschäftigen, damit um einen Prozentpunkt gestiegen, was in etwa 18.000 Unternehmen entspricht. Dies ist eine positive Entwicklung und zeigt, dass sich Aufwand für Integration für Unternehmen rechnet. 

Geflüchtete sind in mehr Unternehmen in regulärer Beschäftigung und Ausbildungstätig. Weniger Unternehmen beschäftigen sie als Praktikanten.

Der Schwerpunkt bei den Beschäftigungsformen hat sich in den letzten drei Jahren deutlich verschoben. In mehr Unternehmen als 2016 (plus 50 Prozent) sind Geflüchtete
im Rahmen einer regulären Beschäftigung tätig, dabei etwas häufiger als Hilfskräfte (11 Prozent) denn als Fachkräfte (8 Prozent). Jedes zehnte Unternehmen bildet inzwischen Geflüchtete im Rahmen einer dualen Ausbildung aus. Im Ausbildungsjahr 2018 sind knapp 14.000 Personen aus den Hauptherkunftsländern der Geflüchteten in eine Ausbildung gestartet (BIBB, 2019). Der Anteil der Unternehmen, die geflüchtete Praktikanten qualifizieren, ist im Zeitverlauf um drei Prozentpunkte gesunken.
Damit trägt die Orientierung in Beruf und Arbeitswelt durch Praktika inzwischen deutliche Früchte einer nachhaltigeren Integration. 

Unternehmen tragen wesentlich zur gelingenden Integration bei.

Das gestiegene Engagement der Unternehmen passt zu einer aktuellen Befragung von Geflüchteten, wonach rund die Hälfte derer, die seit 2013 nach Deutschland gekommen sind, fünf Jahre nach ihrem Zuzug einer Erwerbstätigkeit nachgehen. Dass die Arbeitsmarktintegration schneller erfolgt als bei Geflüchteten früherer Jahre, liegt zum einen an der guten Arbeitsmarktverfassung und zum anderen am beständigen Engagement der Unternehmen. Dieses Engagement wird sich noch weiter verstetigen, da die Fachkräfteengpässe auf einem historisch hohen Niveau liegen und nach Analysen des KOFA inzwischen deutschlandweit über 80 Prozent aller offenen Stellen für qualifizierte Fachkräfte in Engpassberufen ausgeschrieben werden. 

Unternehmen motiviert neben der Fachkräftesicherung auch das soziale Engagement. 

Hauptmotivation der Unternehmen ist es, mit der Einstellung von Geflüchteten Ausbildungs- und Arbeitsplätze zu besetzen und Beschäftigte zu binden. Dies geht aus Unternehmenssicht mit einem hohen sozialen Engagement einher, da diese Zielgruppe ein größeres Engagement, im Sinne einer stärkeren Unterstützung, benötigt als andere. Unternehmen sehen in kulturell gemischten Teams eine Bereicherung. Hohe Einsatzbereitschaft, Arbeitsmotivation und Lerneifer Geflüchteter motivieren Unternehmen, Geflüchtete langfristig zu beschäftigen.