Wohneigentum ist weiterhin attraktiv. In 94 Prozent der deutschen Kreise und kreisfreien Städte ist das Wohnen im Eigentum aktuell günstiger als Mieten. Im bundesdeutschen Mittel liegt die Vorteilhaftigkeit von Wohneigentum bei knapp 40 Prozent. Auch die deutschen Metropolen, in denen die Kaufpreise, in den letzten Jahren besonders stark anstiegen, weisen eine Vorteilhaftigkeit des Wohneigentums auf. In Berlin ist Wohnen im Eigentum aktuell rund 27 Prozent günstiger als Mieten, in Hamburg sind es beispielsweise 35 Prozent. Dies liegt an der Kombination an ebenso steigenden Mietpreisen und der immer noch sehr günstigen Bedingen am Markt für Hypothekendarlehen. Die Zinsen steigen am aktuellen Rand leicht an, ein dramatischer Anstieg der Zinsen wird jedoch nicht erwartet. Eine Zinssensitivitätsanalyse zeigt darüber hinaus, dass die Ergebnisse in einer großen Zahl der Kreise robust gegenüber einem Zinsanstieg wären. Die fast überall geringeren Wohnnutzerkosten deuten auch daraufhin, dass die Preise für Eigentumsimmobilien eher weiter steigen werden, eine Überhitzung des Wohnungsmarktes ist daher nicht zu erkennen.

Sinkende Ersterwerberzahlen, ein steigendes Alter der Ersterwerber und ein besonders am aktuellen Rand gestiegenes Einkommen der Ersterwerber deutet darauf hin, dass nur wenige Haushalte in Deutschland von den günstigen Finanzierungsbedingungen profitieren und diese Nutzen, um eine selbstgenutzte Eigentumsimmobilie zu erwerben. Dies liegt unter anderem an den proportional zum Kaufpreis gestiegenen Eigenkapitalanforderungen. Um mehr Haushalten den Einstieg ins Wohneigentum zu ermöglichen und nicht zuletzt einen wichtigen Beitrag für die Altersvorsorge zu leisten muss die Politik die Zugangsbarrieren am Wohneigentumsmarkt prüfen und unter der Prämisse einer Wahrung der Finanzstabilität senken.