Die bisherigen Strategien, die vor allem die Mietpreisbremse und die Ausweitung des sozialen Wohnungsbaus beinhalten, sind dabei wenig hilfreich. Schließlich zeigen internationale Erfahrungen, dass eine scharfe Mietpreisregulierung vor allem zu einem Ausstieg der privaten Vermieter beiträgt. Die soziale Wohnraumförderung leidet hingegen an einer geringen Treffsicherheit, die quasi system-immanent ist.

Vor diesem Hintergrund werden in dieser Studie 4 Strategien entwickelt, die den Wohnungsmarkt kurzfristig entspannen können und vor allem dazu dienen, Geringverdiener zu entlasten.

  • Eine Erhöhung des Wohngelds könnte vielen Haushalten unmittelbar helfen. Im Gegensatz zur sozialen Wohnraumförderung ist das Wohngeld treffsicher und es gibt einen Rechtsanspruch. Ein Grundproblem ist aber, dass das Wohngeld nur etwa alle 7 Jahre angepasst wird, wodurch viele Menschen aus der Förderung fallen, trotz bestehenden Unterstützungsbedarf. Das Wohngeld sollte daher ebenso wie die Grundsicherung dynamisiert und am besten auch erhöht werden.
  • Der Kauf von Belegungsrechten im Bestand sollte deutlich erweitert werden. Belegungsrechte sichern Haushalten, die Probleme haben einen Mietvertrag abzuschließen, den Zugang zum Wohnungsmarkt. Bislang werden Belegungsrechte überwiegend überwiegend durch den Bau von neuen Sozialwohnungen geschaffen, was aber teuer und wenig treffsicher ist. Besser ist daher den Kauf von Belegungsrechten im Bestand. Der Erfolg dieses Modells hängt wesentlich von der Ausgestaltung der Belegungsrechte und der Auktion ab. Hinzu kommt, dass Belegungsrechte auch durch die Kooperation mit großen Wohnungsgesellschaften erworben werden können.
  • Ein großes Potenzial für zusätzlichen Wohnraum besteht in der besseren Nutzung des Bestands. Mehrere Studien belegen mittlerweile, dass durch Dachaufstockungen zahlreiche neue Wohnungen entstehen können. Darüber hinaus lässt sich auf Basis des Sozio-oekonomischen Panels zeigen, dass viele Haushalte auch in Großstädten in sehr großen Wohnungen leben, die sie kaum nutzen können. Hier ließe sich neuer Wohnraum durch Untervermietungen oder aber durch die Schaffung von Einliegerwohnungen gewinnen. Darüber hinaus sollten die Haushalte auch unterstützt werden, wenn sie in kleinere Wohnungen ziehen möchten.
  • Vielfach, gerade auch in NRW, sind wachsende und schrumpfende Städte nah beieinander. Durch eine bessere Verkehrsverbindung (ÖPNV) und durch eine Attraktivierung des Wohnumfelds in schrumpfenden Städten könnten Ausweichquartiere für zahlreiche Menschen geschaffen werden. Dies könnte durch finanzielle Anreize verstärkt werden. Auf diese Weise könnten gleichsam die Großstädte entlastet werden und strukturschwache Städte eine neue Perspektive erhalten.