Im vergangenen Jahr sind die Mieten besonders stark in Frankfurt, Darmstadt, Berlin, Konstanz und München gestiegen – hier betrug der Zuwachs jeweils 6 Prozent und mehr. Die die stärksten Zuwächse seit 2010 weisen aber Berlin, München und Stuttgart auf, wo die jährliche Mietpreissteigerung bei mehr als 5 Prozent lag. In diesen Städten und in Frankfurt ist auch die Streuung der Mieten besonders groß. So liegen etwa in Stuttgart 50 Prozent der Mieten zwischen 17 Euro und 33 Euro pro Quadratmeter und Monat, in Berlin liegt die Spanne zwischen 10 und 22 Euro. In den meisten anderen Städten liegt der Abstand zwischen den teuersten 25 Prozent der Angebote und den günstigsten 25 Prozent der Angebote bei deutlich unter 10 Euro.

Aufschlussreich ist auch der Vergleich der Kosten einer Musterwohnung in den 30 Städten. Dabei werden die gleiche Ausstattung (u.a. Einbauküche, Baujahr 1995), Größe (30 m²) und Lage (1,5 km zur Uni) unterstellt, die Stadt variiert. Eine solche Musterwohnung kostet mit Abstand am meisten in München mit 717 Euro im Monat, gefolgt von Stuttgart mit 542 Euro und Frankfurt mit 505 Euro. Berlin weist zwar hohe Steigerungsraten auf, liegt aber mit einem Preis von 400 Euro pro Monat noch im Mittelfeld. Die drei günstigsten Standorte sind Bochum (287 Euro), Leipzig (278 Euro) und Magdeburg (251 Euro).

Betrachtet wurde auch die finanzielle Situation der Studierenden. Tatsächlich sind für durchschnittliche Studierende die Einkommen relativ konstant geblieben, nur die 25 Prozent einkommensstärksten Studierendenhaushalte konnten ihre Einkommen weiter steigen.

Der Anstieg des BAföGs ist für die Studierenden als positiv zu bewerten, reicht aber nicht aus, um in der Mehrzahl der betrachteten Städte den Wohnkostenanstieg zu kompensieren. Studierende reagieren auf die Entwicklung, indem sie häufiger Wohngemeinschaften bilden oder bei den Eltern wohnen.

Die Studie verdeutlicht, dass insgesamt mehr Wohnraum geschaffen werden muss, gerade auch in den großen Universitätsstädten. Andererseits legt sie aber auch nahe, dass Hochschulen etwa in Ostdeutschland gestärkt werden sollten, um mehr Studierende zu gewinnen. Damit könnten einerseits die Metropolen entlastet, zum anderen aber auch Perspektiven für die Standorte erschlossen werden.