Die Idee eines bedingungslosen Grundeinkommens hält sich hartnäckig. Vision, Fiktion oder Illusion, fragen die IW-Wissenschaftler im neuen IW policy paper.
Bedingungsloses Grundeinkommen: Vision, Fiktion oder Illusion?
IW policy paper
Institut der deutschen Wirtschaft (IW)
Die Idee eines bedingungslosen Grundeinkommens hält sich hartnäckig. Vision, Fiktion oder Illusion, fragen die IW-Wissenschaftler im neuen IW policy paper.
Der deutsche Staat hat im Jahr 2015 rund 888 Milliarden Euro für Sozialleistungen ausgegeben. Ein Prinzip des deutschen Sozialsystems ist das der Bedürftigkeit. Menschen, die nachweislich bedürftig sind, erhalten Leistungen des Staates. Dieses System führt jedoch zu hohen Bürokratiekosten. Empfänger von Transferzahlungen haben oft nur geringe Anreize, zu arbeiten. Das bedingungslose Grundeinkommen soll diese und weitere Probleme des Sozialstaats lösen.
Viel zu selten werden jedoch die möglichen ökonomischen und finanziellen Risiken beleuchtet, die sich für ein Land wie Deutschland durch die Einführung des bedingungslosen Grundeinkommens ergeben würden. Die Grundeinkommensmodelle weisen Finanzierungslücken auf. Zudem ist die Bedingungslosigkeit des Grundeinkommens an die Bedingung geknüpft, dass die Menschen weiter arbeiten gehen. Schließlich könnte die wirtschaftliche Position Deutschlands in der EU durch ein bedingungsloses Grundeinkommen gefährdet sein und Wohlfahrtswanderung zu großen wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Problemen führen. Alternativ könnten Reformen, die den Übergang zwischen Transferzahlungen und Beschäftigung verbessern, die aktuellen Probleme des Sozialstaats eher lösen.
Dominik Enste / Regina Schneider: Bedingungsloses Grundeinkommen – Vision, Fiktion oder Illusion?
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